Sieg für NHV Concordia Delitzsch im Topspiel gegen HV Staßfurt vor Rekordkulisse

Niclas Reinhardt und die NHV Delitzsch-Handballer um Trainer Jan Jungandreas haben gegen Staßfurt voll überzeugt.

Der NHV Concordia Delitzsch behauptet die Tabellenführung: Die Concorden haben das Spiel gegen Staßfurt überzeugend gewonnen. „Wir haben diese Teamgalligkeit“, benennt Niclas Reinhardt einen Schlüssel zum Erfolg.

Delitzsch. Es lief nicht alles perfekt für ihn. Bei zwei Top-Chancen scheiterte Niclas Reinhardt an Gäste-Torwart Sebastian Schliwa und an der Latte. Der Rechtsaußen des Handball-Oberligisten NHV Concordia Delitzsch kam so nur auf drei Treffer – und wurde dennoch zum Spieler des Abends gekürt. Denn er stand beispielhaft für den unbändigen Kampfeswillen speziell in der Defensive, mit dem die Nordsachsen dem HV Rot-Weiß Staßfurt den Zahn zogen und das Spitzenspiel mit 30:22 für sich entscheiden. Der NHV behauptet mit 15:1 Punkten die Tabellenführung, die Rot-Weißen bleiben mit 10:4 Zählern auf Rang drei.

„Wir haben diese Teamgalligkeit“, begründete Reinhardt den Erfolg. „Jeder hat Bock auf Abwehr.“ Das gebe dann Sicherheit auch für die Offensive. „Wir sind alle bereit, in der Defensive hart mit den Beinen zu arbeiten“, ergänzte Jacob Griehl. Der 20-Jährige war von Trainer Jan Jungandreas in den letzten 15 Minuten in den Kampf geworfen worden, als der noch nicht entschieden war, und überzeugte mit zwei wichtigen Treffern. „Das war schon schön, dass mir in dieser Phase vertraut wurde“, kommentierte der 20-Jährige.

Lob für die Abwehr

Überhaupt, die Strategie von Jungandreas an diesem Abend vor der bisherigen Rekordkulisse von 520 Zuschauern ging auf. „Wir wollten Staßfurt die Lust am Handball nehmen“, berichtete der Übungsleiter. „Egal, ob das in der 20. oder erst in der 50. Minute klappt.“ Dabei lobte der Coach speziell die Abwehr: „Da waren wir in der zweiten Halbzeit richtig gut.“ Alle hätten ihren Teil dazu beigetragen. „Delitzsch hat es heute einfach besser gemacht“, gestand Staßfurts Trainer Sebastian Retting. Mit 15 technischen Fehlern, zum Teil von den Hausherren erzwungen, „kann man kein Spiel gewinnen“.

Dabei waren die Spieler aus der Stadt, in der einst die Fernseher der Marke RFT gebaut wurden, von Anpfiff weg voll im Bilde und machten deutlich, dass mit ihnen in dieser Saison oben zu rechnen ist. Steffen Cieszynski warf den HV in Front, der Vorsprung wurde rasch auf vier Tore ausgebaut. Staßfurt überzeugte dabei mit hohem Tempo und konsequenter Abwehrarbeit. „Es ist uns gelungen, Max Amtsberg weitgehend im Griff zu haben“, sagte Abwehrrecke Florian Lück. Der Delitzscher Top-Torjäger kam auf lediglich drei Feldtore. Doch der Heimverein ließ sich vom Rückstand nicht beeindrucken, blieb konzentriert und kam durch Niklas Zierau vor dem Pausenpfiff noch zum 14:14-Ausgleich.

Energieschub nach Auszeit

Im zweiten Abschnitt blieb das Geschehen zunächst ausgeglichen. Amtsberg sorgte in der 35. Minuten mit dem 15:14 für die erste Concorden-Führung an diesem Abend. Es ging hin und her, in der 48. Minute brachte Malvin Haeske, Staßfurts Neuzugang vom Zweitligisten Dessau-Roßlau, den Verein aus dem Salzlandkreis auf 21:20 heran. Doch nach einer Auszeit von Jungandreas drehte der NHV auf. Die Defensive ließ praktisch nichts mehr zu, Torwart Max Neuhäuser parierte glänzend selbst freie Würfe und im Angriff nutzte Vincent Viehweger die kaum vorhandenen Lücken in der gegnerischen Abwehr. Vier Minuten vor dem Ende hatten die Concorden den Vorsprung so auf acht Treffer ausgebaut, die Begegnung war entschieden.

„Wir haben da leider den Faden verloren“, seufzte Lück. „Wir waren am Ende kopflos“, formulierte es Retting. „Das darf uns nicht passieren“, sagte Cieszynski und sprach davon, dass die Niederlage, gemessen am Spielverlauf, „ein wenig zu hoch ausgefallen ist“. Dem NHV war das egal. „Heute können wir uns freuen, am Dienstag geht es mit dem Training weiter“, sagte Jungandreas. Denn am kommenden Wochenende geht es zur heimstarken SG Pirna/Heidenau – der nächste schwere Gegner.

NHV: Neuhäuser, Alpers; Eulitz, Seifert (1), Prautzsch (2), Bielicki, Zierau (6), Kalliske, Schmidt, Oehlrich (3), Griehl (2), Viehweger (5), Reinhardt (3), Amtsberg (8/5).

Ulrich Milde / 22.10.2023 / Leipziger Volkszeitung