Zweite Niederlage im dritten Saisonspiel: Die stark ersatzgeschwächten Delitzscher Handballer waren an der Kieler Förder ohne echte Siegchance und haderten besonders mit der schwachen Deckungsleistung.⁹

Er war so etwas wie der letzte Mohikaner. Einsam saß Hansi Winkler auf der Tribüne der Edgar-Meschkat-Halle in Altenholz und schwenkte unermüdlich die Fahne des NHV Concordia Delitzsch. „Wir sind neuneinhalb Stunden gefahren, es gab viele Staus“, berichtete das Handball-Urgestein. Er hatte es sich es sich nicht nehmen lassen, mit seiner Frau die Auswärtspartie in der dritten Bundesliga bei den Rand-Kielern zu verfolgen. Seine Unterstützung war vergeblich. Die Nordsachsen unterlagen deutlich mit 29:38 (14:18) und kassierten in der dritten Saisonbegegnung damit die zweite Niederlage.

„Es haben zu viele Spieler gefehlt“, ordnete Winkler die Pleite ein. Tatsächlich musste der NHV auf gleich acht Sportler verzichten. Zudem war Niclas Reinhardt zwar mit dabei, konnte aber nur rudimentär eingesetzt werden, da er eine Verletzung noch nicht komplett auskuriert hat. Was ihn nicht daran hinderte, ein Tor zu erzielen. Das Duell beim Vorjahresvierten stand somit „unter keinem guten Stern für uns“, meinte Trainer Jan Jungandreas. Und das ausgerechnet gegen ein Spitzenteam der Staffel, das die vorige Saison mit dem vierten Platz beendet hatte und mit dem benachbarten Rekordmeister THW Kiel kooperiert. So haben Rasmus Ankermann und Ben Szilagy ein Doppelspielrecht, laufen auch regelmäßig in der Eliteliga auf. Szilagy war von der NHV-Deckung nicht zu stoppen, überwand den guten Schlussmann Marian Voigt acht Mal.
Delitzsch geht in Durchgang zwei die Kraft aus
Angesichts dieser ungünstigen Voraussetzungen schlug sich der Aufsteiger zumindest in der ersten Halbzeit ordentlich. „Da haben wir unsere Aufgaben gut gelöst“, sagte Jungandreas. Das gelte vor allem für die Abwehr. Die Offensive zeichnete sich dagegen durch zu viele Fehlpässe und überhastete Würfe aus. Zudem erwischte der erstligaerfahrene Tom Landmann zwischen den Altenholzer Pfosten einen Sahnetag. „Er hat stark gehalten“, gestand der Concorden-Chefcoach.

So hielt der Liga-Neuling die ersten 20 Minuten gut mit und kam immer wieder zum Ausgleich, zuletzt durch Max Amtsberg beim 10:10. Ein anschließender 5:0-Lauf des TSV bedeutete letztlich die Vorentscheidung. Im zweiten Abschnitt machte sich bemerkbar, dass die meisten Concorden durchspielen mussten, so dass letztlich Kraft und Frische nachließen. Altenholz fuhr den Sieg routiniert ein.

„Die Deckung muss insgesamt besser werden“, forderte Winkler, der nach dem Abpfiff 200 Kilometer Richtung Süden fuhr, um sich mit seiner Frau ein paar Tage in der Lüneburger Heide zu erholen. In der Hoffnung, dass der Kader umfangreicher sein wird, tritt der NHV am kommenden Samstag beim Stralsunder HV an. Dort dürfte es auf jeden Fall leichter sein zu punkten. Hansi Winkler wird auch dort wieder die Flagge zeigen. „Ich bin als Fan weiter voll motiviert.“

NHV: Neuhäuser, Alpers, Voigt; Amtsberg (10), Eckart (1), Birke, Griehl, Klecar (8), Brix (4), Hofmann (5), Reinhardt (1), Teichert.

Text: Ulrich Milde / 13.09.2026 / Ulrich Milde

Foto: Jörg Weichelt