
Auf Neuzugang Rune Klecar (weißes Trikot) und den NHV wartet die Herausforderung 3. Liga.
Quelle: Jörg Weichelt
Außenseiter unter Riesen: Einige Konkurrenten arbeiten in der 3. Handball-Liga unter Profi-Bedingungen. Der NHV Delitzsch muss mit wesentlich kleinerem Etat auskommen: Wie kann das gutgehen?
Der NHV Concordia Delitzsch war erfolgsverwöhnt. In den vergangenen drei Spielzeiten gewannen die Herren in der Handball-Regionalliga 71 von 84 Begegnungen, verloren nur sieben Partien und trennten sich sechsmal Unentschieden. Verdienter Lohn nach zwei Meisterschaften hintereinander: der Aufstieg in die dritte Bundesliga. Doch da wird es nun deutlich schwieriger, Punkte einzufahren. Wie der Verein den Klassenerhalt schaffen will.
In der Staffel gibt es Vereine wie den EHV Aue, den MTV Braunschweig oder den TSV Altenholz, die unter deutlich professionelleren Bedingungen arbeiten und zu den Meisterschaftsfavoriten zählen. Hinzu kommen die zweiten Teams von Bundesligisten wie Berlin, Hannover und Hamburg, „die vor jugendlicher Kraft strotzen“, so NHV-Chefcoach Jan Jungandreas. Danach gebe es „Mannschaften wie wir“ mit einem deutlichen kleineren Etat, für die es nur darum geht, den Abstieg zu vermeiden.
Mit Gift, Glauben und einer Festung im Rücken
„Es existieren in der Liga große Unterschiede“, resümiert der Übungsleiter. Weshalb das Saisonziel der Nordsachsen lautet, den Klassenerhalt zu schaffen. Um diesen zu erreichen, „müssen wir uns schnell an die höhere Klasse gewöhnen“, sagt Jungandreas. Zudem sollen die Tugenden, „die uns stark gemacht haben“, noch stärker herausgearbeitet werden. Also eine giftige Abwehr, ein hohes Tempo im Angriff und „der Glaube, dass wir jeden schlagen können“.
Obendrauf setzt er auf die Unterstützung des Publikums in Delitzsch. Mit ihrer Hilfe „wollen wir die Mehrzweckhalle in eine Festung verwandeln“. So könne es gelingen, „möglichst viele Heimspiele zu gewinnen“ – als Basis für den Verbleib in der Liga, mit der die Concorden zurück sind auf deutschen Handballkarte.
Sportler erhöhen individuellen Trainingsaufwand
Schon frühzeitig vor dem Aufstieg hatten Trainer und Mannschaft sich darauf geeinigt, dass der Kader zum großen Teil zusammenbleiben soll. Zudem stimmten die Sportler dem Vorschlag zu, ihre individuellen Lauf- und Krafteinheiten zu erhöhen. Ergänzt wurde das Team durch Rückkehrer Mario Voigt (Tor), Gregor Hofmann (Kreis), Jan Brix (Linksaußen) und Rune Klecar (Rückraum). Ausgeschieden sind Georg Eulitz und Benedikt Schmidt, die beide ihre Laufbahn beendet haben, sowie der dritte Torwart Axe Ramos Schwirtz, der zum HC Burgendland gewechselt ist.
Mit seinen Neuzugängen ist Jungandreas sehr zufrieden. „Sie passen gut rein und haben sich prima integriert.“ Der Kader habe also an Breite gewonnen. „Wir sind ganz gut aufgestellt.“ Zumindest mittelfristige Hoffnungen setzt der Trainer auf seine Verletzten, auch wenn sie zum Saisonstart daheim am 29. August (19 Uhr) gegen Rostock noch nicht fit sein werden.
Ohne Vier zum Auftakt gegen Empor Rostock
Kreisläufer Niklas Seifert („er ist ein wahnsinnig wichtiger Bestandteil unserer Defensive geworden“) leidet immer noch an seinem Mittelfußbruch. Niklas Zierau (Rückraum) und Martin Bielicki (Linksaußen) fallen ebenso aus wie Vincent Viehweger, der sich, kaum von einer Fußverletzung genesen, schwer an der Schulter lädierte.
Trotz dieser Ausfälle steigt bei Jungandreas die Vorfreude auf das erste Spiel. „Auch die Aufregung nimmt zu“. Es findet am Samstag in eigener Halle statt. Gegner ist der HC Empor Rostock, der erfolgreichste Handballverein der ehemaligen DDR.
Ulrich Milde / 25.08.2026 / Leipziger Volkszeitung
