Drittliga-Aufsteiger NHV Concordia Delitzsch unterliegt zum Saisonauftakt Rostock deutlich
Der NHV Concordia Delitzsch hat einen Fehlstart hingelegt. Der Aufsteiger in die dritte Handball-Bundesliga unterlag in eigener Halle dem HC Empor Rostock klar mit 32:42.

Es war alles ordentlich angerichtet für die Premieren-Partie der Nordsachsen. Der Hallenboden erstrahlte in neuem Glanz, ein Teil der Wände war mit frischer Farbe versehen worden. 550 Zuschauer sorgten für einen stimmungsvollen Rahmen. „Die Kulisse hat Spaß gemacht“, sagte Jan Brix, Neuzugang aus der zweiten Mannschaft des SC DHfK Leipzig. „Ich habe Gänsehaut bekommen“, berichtete Kreisläufer Gregor Hofmann, der aus Aue gekommen war.
Weniger Vergnügen bereitete beiden dagegen der Verlauf dieser, so Brix, „erwartet schweren Aufgabe“. Denn der Gast aus Mecklenburg-Vorpommern erwies sich als cleveres, abgezocktes Team und zeigte den Gastgebern zumindest an diesem Samstagabend die Grenzen auf. Der HC führte rasch mit 4:0, bevor Rune Klecar (er kam ebenfalls vom SC DHfK) der erste Treffer der Concorden in der neuen Staffel gelang. Der Heimverein hielt in der ersten Halbzeit (17:21) noch ordentlich mit, im zweiten Durchgang waren die Rostocker drückend überlegen.
„Ich bin zufrieden“, sagte HC-Trainer Stephan Just. Schließlich sei es schwierig, zum Saisonauftakt auswärts bei einem Aufsteiger anzutreten. „Man weiß nicht, was auf einen zukommt.“ Erfreut war auch Dennis Mähler. Der fünffache Torschütze bezeichnete den Erfolg seines Kaders, der mit einem Etat von einer Million Euro zu den Favoriten zählt, als „auch in dieser Höhe verdient, wir hatten ein gutes Tempo drin“. Gleichwohl habe Delitzsch „gute Jungs, die uns das Leben schwer gemacht haben“.
NHV-Chefcoach Jan Jungandreas war dagegen unzufrieden. „Wir müssen ganz schnell lernen in Sachen Spielintensität, Tempo und Zweikämpfe.“ Da habe es große Unterschiede gegeben. „Wir haben Lehrgeld gezahlt“, ergänzte der starke Linksaußen Moritz Schwock. Dynamik und Schnelligkeit seien deutlich größer ausgeprägt als in den vergangenen Spielzeiten in der Regionalliga. Zudem habe der NHV sich zu viele leichte Fehler geleistet. So zeigte sich die Abwehr, in der Vergangenheit das Prunkstück, teilweise löchrig wie ein Schweizer Käse. Auch das Rückzugverhalten nach eigenen Ballverlusten offenbarte Schwächen. Schnelle Gegenangriffe waren Mangelware.
„Wenn wir die richtigen Schlüsse ziehen, werden wir besser“, gab Schwock die Marschrichtung vor. „Wir haben gute Ansätze gezeigt“, macht Hofmann Mut vor den kommenden drei Auswärtsaufgaben. Die haben es in sich. Am kommenden Freitag treten die Concorden bei der HG Hamburg-Barmbek an, um eine Woche später beim TSV Altenholz anzutreten. Wiederum sieben Tage danach geht es zum Stralsunder HV.
Moralische Unterstützung gab es auch von der Ostseeküste. „Die Qualität in Delitzsch ist vorhanden“, sagte Just, ein vierzehnfacher früherer Nationalspieler. Der NHV habe das Potenzial, „sich in der Liga zu etablieren“, unterstützte ihn Linksaußen Tim Uhl. Das fiel bei Brix auf fruchtbaren Boden. „Wir hatten gegen Rostock viele gute Phasen.“ Wenn das Team daran anknüpfe, „dann sind bei Barmbek zwei Punkte möglich.“
NHV: Neuhäuser, Alpers, Voigt; Amtsberg (2), Prautzsch (1), Eckart (3), Birke, Oehlrich (4), Griehl, Hanner (3), Klecar (6), Brix (1), Hofmann (3), Reinhardt (3), Schwock (6), Teichert.
