Moritz Schwoch (l.) aus seiner Zeit beim EHV Aue.

Quelle: Imago/Noah Wedel
Moritz Schwock schließt sich Handball-Regionalligist NHV Concordia Delitzsch an und will mithelfen, Meisterschaft und Aufstieg zu erringen. Doch ob der Ex-Zweitligaspieler über die Saison hinaus im Verein bleibt, ist fraglich.
Personeller Paukenschlag beim NHV Concordia Delitzsch: Der Tabellenführer der Handball-Regionalliga hat sich für Schlussspurt verstärkt. Moritz Schwock wird in den restlichen vier Saisonspielen für die Nordsachsen auflaufen. „Das gibt uns einen Schub“, freute sich NHV-Trainer Jan Jungandreas. „Ich hoffe, dass ich helfen kann, Meisterschaft und Aufstieg in die dritte Liga perfekt zu machen“, sagte der Ex-Zweitligaspieler. Sein Debüt wird er an diesem Samstag bei Einheit Plauen geben.
Schwock, der in Anklam geboren wurde und beim Oranienburger HC das Handballspielen erlernte, kam nach einer Station in Cottbus 2018 ans Leipziger Sportgymnasium und schloss sich dem SC DHfK Leipzig an. Er spielte mehrere Jahre in der dritten Liga für die zweite Mannschaft und machte in der Saison 2023/24 per Zweitspielrecht 15 Partien für den EHV Aue in der zweiten Bundesliga.
Schwock überzeugte beim Probetraining sofort
Der 24-Jährige bestritt seine letzten Begegnungen für DHfK im April 2025 und legte dann eine Pause ein. „Ich hatte nicht mehr so den Spaß“, begründete er. Zudem fordert ihn sein Studium der Informatik an der Universität Leipzig. Er schreibt gerade seine Bachelor-Arbeit. Zudem ist Schwock als Werkstudent in der Leipziger Niederlassung der Adesso SE tätig, einem der führenden mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrationsdienstleistern in Deutschland.
Doch nach der Auszeit „bin ich wieder heiß darauf, auf Torejagd zu gehen“. Also schaute er sich in der Region um und fasste die Concorden ins Auge. „Ich habe viel Gutes über den Verein gehört.“ Er nahm Kontakt zu Falk Fürstenberg auf, den er aus gemeinsamen Cottbuser Zeiten kannte. Der Team-Manager des NHV vermittelte Ostern den Kontakt zu Jungandreas.
Schwock kam zum Probetraining und überzeugte auf Anhieb. Zwei Tage später bereits, bei der nächsten Übungseinheit, war die Einigung perfekt. „Er ist richtig gut“, lobte der Übungsleiter. Der Neuzugang fühlt sich jedenfalls am Lober schon wohl. Der Teamgeist sei großartig, die Mannschaft super zusammengewachsen. „Alle haben Bock auf Handball.“ Erleichtert hat die Integration sicherlich auch, dass er etwa Niclas Reinhardt und Niklas Seifert aus früheren gemeinsamen sportlichen Zeiten kennt.
Wegen der Delitzscher Verletztenmisere passt der Linksaußen perfekt in den Kader. Vincent Viehweger fällt seit Saisonbeginn aus, Martin Bielicki kugelte sich Mitte März gegen den USV Halle die Schulter aus und muss operiert werden. In den letzten Begegnungen hat Rückraumspieler Jacob Birke auf der Position ausgeholfen und so Niclas Reinhardt Verschnaufpausen ermöglicht.
In Plauen „gilt es, zwei Punkte zu holen und den nächsten Schritt zur Titelverteidigung zurückzulegen“, formuliert Schwock. Die Chancen stehen nicht schlecht, in der Spitzenstadt die Spitze zu verteidigen. In der Hinrunde behielt der NHV mit 37:26 klar die Oberhand. Gewinnen die Gäste (47:5 Punkte), rücken Meisterschaft und Aufstieg immer näher. Der Zweite, der HC Elbflorenz II, liegt sechs Zähler zurück.
Ob Schwock dann in der dritten Liga dabei sein wird, steht noch nicht fest. „Unsere letzten vier Spiele werden die Entscheidung bringen.“ Vor allem müsse er schauen, ob er den dann höheren Zeitaufwand geregelt bekomme. Schließlich soll im Herbst das Masterstudium starten. Die kommende Saison werde für den NHV eine Klasse höher „sehr, sehr schwer“. Aber wenn es einen Aufsteiger gebe, der den Klassenerhalt packen könne, „dann ist das der NHV“.
Ulrich Milde / 16.04.2026 / Leipziger Volkszeitung
