Concordia hat die Meisterschale: „Zeit ist reif für großen Handball in Delitzsch“

Der NHV Concordia Delitzsch hat den Aufstieg in die dritte Handball-Bundesliga mit einem 30:27-Sieg gegen Bad Blankenburg veredelt.
Quelle: Jörg Weichelt
Der NHV Concordia Delitzsch hat den Aufstieg in die dritte Handball-Bundesliga mit einem 30:27-Sieg gegen Bad Blankenburg veredelt. Die Meisterschale haltend, ließen Trainer und Spieler großen Respekt vor den kommenden, schweren Aufgaben durchblicken.
Es war das letzte Heimspiel der Saison und zugleich der Ausstand in eigener Halle aus der Handball-Regionalliga. Dennoch war das Duell zwischen dem Meister und Drittligaaufsteiger NHV Concordia Delitzsch und dem noch amtierenden Vizemeister HSV Bad Blankenburg, das die Hausherren mit 30:27 für sich entschieden, fast nur Staffage. Die wichtigeren Ereignisse fanden vor und nach der Begegnung statt.
Zunächst wurde die zweite Mannschaft um Trainer Vincent Bauer geehrt, denn sie hatte den Titel in der Verbandsliga geholt und somit den Aufstieg in die Oberliga geschafft. Diesmal wird er auch wahrgenommen. Vor einem Jahr hatte das aus finanziellen Gründen nicht geklappt. Wie genau das Team zusammengesetzt sein wird, steht noch nicht fest. Klar ist, dass Max Beyer, Yannick Sittner und Chris Teresniak nicht mehr dabei sein werden, weil sie, so Bauer, „die Handballschuhe an den Nagel hängen“.
Das trifft auch auf Benedikt Schmidt zu. „Diesmal höre ich endgültig auf“, sagte der 35-Jährige. Er wolle mehr Zeit für die Familie haben und der Aufwand in der dritten Liga mit mehr Training und weiten Fahrten „ist mir zu groß“. Der Rechtsaußen hatte dabei schon vor zwei Jahren sein Karriereende verkündet, war in der vergangenen Saison, als Not am Mann war, bereits eingesprungen. In dieser Spielzeit war er in 24 von bislang 29 Auseinandersetzungen dabei und erzielte 26 Treffer.
Zunächst für ein Jahr wechselt Axel Ramos Schwirtz, erster Torhüter der zweiten Herren und dritter des Regionalliga-Titelträgers, zum HC Burgenland. Der Deutsch-Argentinier hatte sich in dieser Saison zu einem veritablen Herausforderer der Stamm-Keeper Max Neuhäuser und Denny Alpers entwickelt. „Ich denke, ich habe in Delitzsch einen Riesenschritt nach vorne gemacht“, meinte der 22-jährige Sportstudent. Beim Regionalligisten Burgenland dürfte er mehr Spielanteile auf hohem Niveau bekommen – wichtig für die weitere Entwicklung. „Er wird seinen Weg gehen“, kommentierte Vereins-Vizepräsident Sören Raab den Schritt. „Und ich wage die Prognose, dass es kein Abschied für immer ist.“
Die Meisterschale nahm Mannschaftskapitän Max Amtsberg nach der Partie entgegen, in der der Sieg des NHV nie gefährdet war. Helmut Kurrat, Präsident des Handballverbandes Sachsen-Anhalt, überreichte die Auszeichnung. Es sei schön, dass die Concorden wieder in der dritten Liga angekommen seien: „Die Zeit ist wieder reif für großen Handball in Delitzsch“, so der frühere Rückraumspieler, der mit dem SC Magdeburg 1981 die Europameisterschaft für Vereinsmannschaften holte. Die Delitzscher Bürgermeisterin Patricia Groth wünschte für die kommende Spielzeit „maximale Erfolge“.
Dann allerdings wird es nach Einschätzung von Trainer Jan Jungandreas „deutlich härter“. Eine Ansicht, die Schmidt teilte. „Einige der kommenden Vereine sind deutlich professioneller aufgestellt.“ Aber der NHV könne den Klassenerhalt schaffen. Es müsse dazu gelingen, in eigener Halle so eine Atmosphäre zu schaffen, „dass die Gegner wissen, hier wird es unangenehm“.
NHV Concordia Delitzsch: Neuhäuser, Alpers, Ramos Schwirtz; Amtsberg (8), Prautzsch (2), Birke, Schmidt (3), Oehlrich (2), Griehl (2), Hanner (6), Reinhardt (1), Raab (1), Schwock (2), Teichert (3).
Ulrich Milde / 10.05.2026 / Leipziger Volkszeitung
