Anfang des Jahres trat der SC DHfK (in grün) zu einem Testspiel in Delitzsch an. Jetzt kooperieren beide Vereine.


Quelle: Jörg Weichelt

Nachbar als „Entwicklungsplattform“: Die mittelfristig angelegte Zusammenarbeit zwischen dem SC DHfK Leipzig und dem NHV Concordia Delitzsch soll für beide Seiten fruchtbringend sein. Inklusive gemeinsamer Trainingseinheiten.

 
Leipzig/Delitzsch. Der NHV Concordia Delitzsch rüstet sich für seine kommende erste Saison in der dritten Liga. Der Regionalliga-Meister und der (Noch-)Erstbundesligavertreter SC DHfK Leipzig haben dazu eine Zusammenarbeit vereinbart. Als erster Schritt der Abmachung werden in der kommenden Spielzeit zwei Leipziger im Trikot der Nordsachsen antreten.

„Die Kooperation ist für alle sinnvoll: Der NHV kann sich mit jungen Talenten verstärken, unsere Jungs können diese Plattform für ihre nächsten Entwicklungsschritte nutzen und der Handball in der Region wächst weiter zusammen“, begründete DHfK-Manager Karsten Günther. „Es ist schön, dass wir uns gegenseitig unterstützen“, ergänzte Matthias Albrecht, DHfK-Nachwuchskoordinator und zugleich Cheftrainer der Handball-Akademie. Seine Jungs könnten in Delitzsch „den nächsten Step in Richtung erste Liga“ absolvieren.

Die Vereinbarung mit den Leipzigern „finde ich richtig“, sagte NHV-Trainer Jan Jungandreas. Das Umfeld bei den Concorden sei für junge Spieler ideal, meinte er. Es gehe darum, sie behutsam weiterzuentwickeln und sein Team nach dem geglückten Aufstieg zu verstärken.

Zu den Nordsachsen wechseln dabei Jan Brix und Rune Klecar. „Es sind beide sehr ehrgeizige Sportler, wir werden viel Freude an ihnen haben“, so Jungandreas. Der 20-jährige Brix ist Linksaußen, macht gerade sein Abitur. „Ich möchte mich in allen Bereichen weiterentwickeln“, sagte er. „Er hat gute Qualitäten, bereits einige Einsätze in der ersten Bundesliga hinter sich und viel Potenzial“, lobte Albrecht den gebürtigen Wiesbadener. Brix lief vornehmlich für die zweite Mannschaft von DHfK auf, die im Kampf um den Klassenerhalt in der dritten Liga gescheitert ist.

Rune Klecar ist 19 Jahre alt, auf der Position Rückraum Mitte zu Hause, war in der A-Jugend-Bundesliga aktiv und kam auf einige Einsätze in der dritten Liga. Auch er ist gerade in seinen Abiturprüfungen. Der gebürtige Leipziger möchte sich in Delitzsch weiter verbessern. „Er ist unglaublich bissig und zweikampfstark“, berichtete Jungandreas. Er könne das Spiel führen und sei torgefährlich. „Er hat eine hohe Intensität im Eins gegen Eins“, ergänzte Albrecht.
 
Die beiden Neuzugänge haben das Ziel, „mit Delitzsch den Klassenerhalt zu schaffen“, wie es Klecar formuliert. „Wir wollen in der dritten Liga bleiben“, heißt es bei Brix, der früher in Leipzig mit dem derzeit verletzten NHV-Linksaußen Martin Bielicki zusammengespielt hat. Im Kampf gegen den Abstieg zu bestehen „wird für Delitzsch nicht einfach“, schätzt Albrecht ein. Aber mit den Verstärkungen aus Leipzig „sehe ich grundsätzlich gute Chancen“.

Die Kooperation der Vereine ist mittelfristig angelegt. „Wir planen gemeinsame Trainingseinheiten und einen regelmäßigen Austausch der Trainer“, kündigt Albrecht an. DHfK-Manager Günther sagte, er freue sich über den Aufstieg von Delitzsch. Der Verein habe schließlich traditionsreiche Wurzeln.

Der Vorgängerverein spielte unter der ostdeutschen Trainer-Legende Uwe Jungandreas jahrelang in der zweiten Bundesliga und war in der Saison 2005/2006 sogar Erstbundesligist. Uwe Jungandreas, der Vater von Jan, holte aktuell mit dem EHV Aue den Meistertitel in der dritten Liga Nordost und kämpft nun um den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse. Gelingt dieses nicht, dürfte es in der kommenden Saison zu einem Vater-Sohn-Duell kommen.
Uwe Jungandreas stand von 2010 bis 2013 bei DHfK an der Seitenlinie. Nach der Auflösung des Vorgängervereins Concordia Delitzsch wechselten viele Spieler nach Leipzig, darunter Thomas Oehlrich. Der 41-Jährige lief von 2010 bis 2021 für die Grün-Weißen auf und kehrte danach in die Loberstadt zurück.
Ulruch Milde / 13.05.2026 / Leipziger Volkszeitung