Handball-Regionalligist NHV Concordia Delitzsch erwartet die HSG Freiberg und setzt auf die Unterstützung des Fanclubs „Loberhaie“

Jeder Angriff des NHV Concordia Delitzsch wurde mit ohrenbetäubendem Trommelwirbel begleitet. Der Fanclub „Loberhaie“ zog nahezu alle Register, um das eigene Handball-Regionalligateam anzufeuern. Mit Erfolg: Die Nordsachsen gewannen, angetrieben von den eigenen Anhängern, vor knapp drei Wochen beim Drittliga-Absteiger HC Burgenland mit 38:34 und festigten die Tabellenspitze. Dabei hatten die Unterstützer über 100 Delitzscher Sympathisanten aktiviert und stellten in der Naumburger Halle so die knappe Mehrheit unter den 200 Zuschauern. Aus einer Auswärtspartie wurde so fast eine Heimbegegnung.
Diese „riesige Unterstützung ist in unserer Staffel einzigartig“, freut sich NHV-Chefcoach Jan Jungandreas über den Zuspruch, die Fans sind so etwas wie der achte Mann auf dem Parkett. Der Trainer geht davon aus, dass im Heimspiel gegen die HSG Freiberg an diesem Samstag (Anpfiff: 19 Uhr) mithilfe der Loberhaie die nächsten zwei Punkte für Meisterschaft und Aufstieg eingefahren werden. Holen die Concorden fünf Punkte bei noch fünf anstehenden Duellen, dann ist ihnen das auch rein rechnerisch nicht mehr zu nehmen. „Wir wollen aber alle restlichen Partien gewinnen“, kündigt der Trainer an.
„Wir sind der klare Favorit“, meint auch Loberhaie-Chef Hartmut Sommerfeldt. Allerdings kämpft der Gast wie fünf andere Vereine gegen den Abstieg. „Die HSG hat nichts zu verlieren“, mahnt Sommerfeldt. Das mache den Gegner gefährlich. Die Freiberger haben Burgenland geschlagen und in Köthen sowie Pirna jeweils einen Punkt geholt. „Sie wissen also, wie es geht“, so der Fanclub-Boss.
Jungandreas rechnet damit, dass die Gäste versuchen werden, „uns mit Härte zu beeindrucken“. Folglich „müssen wir von Anpfiff weg wach und konzentriert sein“. Die Spieler aus der Stadt mit der 1765 gegründeten Bergakademie, der ältesten bestehenden technisch-montanwissenschaftlichen Universität der Welt, wollen natürlich den Delitzscher Handball-Gipfel erklimmen. „Die Mannschaft ist bereit, alles reinzuwerfen“, lautet die Kampfansage. Hinzu kommt, dass der NHV die verletzungsbedingten Ausfälle der vier Stammspieler Vincent Viehweger, Niklas Zierau, Niklas Seifert und Martin Bielicki kompensieren muss.
Für Sommerfeldt ist jedenfalls klar, dass für die Concorden nach zehn Jahren die Zeit in der Regionalliga vorbei sein wird. In der dritten Liga „werden wir gute Chancen haben, die Klasse zu halten“, meint er. Schließlich bleibe der Kader zusammen. „Wir haben eine Truppe, die sich nicht verstecken muss.“ Da mache er sich keine Sorgen. Und auch dann werde der Fanclub weiter bei allen Auswärtsspeilen dabei sein, selbst wenn die Fahrten mitunter deutlicher weiter sein werden. „Unsere Unterstützung wird fortgesetzt.“
Der Aufstieg ist das passende Geschenk, denn die Loberhaie werden im Sommer 25 Jahre alt. Da habe sie viele Höhen und Tiefen begleitet. Der Vorgängerverein stieg 2005 in die erste Liga auf und ein Jahr darauf wieder ab. Später folgten die Insolvenz und die Gründung des NHV. Jetzt herrscht Vorfreude auf die kommende Spielzeit – und zuvor auf einen Erfolg über Freiberg.
Text: Ulrich Milde / 11.04.2026 / Leipziger Volkszeitung
Foto: Jens Teresniak
