Jaaaaaaa! NHV-Torwart Denny Alpers wird gegen den SV Plauen-Oberlosa zum Helden.

Mit Moral und starken Talenten gegen Härte: Der NHV Concordia Delitzsch dreht in Hälfte zwei einen Vier-Tore-Rückstand gegen Plauen und gewinnt 38:34. Sogar Trainerlegende Uwe Jungandreas hat „nichts zu meckern“.

Der NHV Concordia Delitzsch hat den Bock umgestoßen. Die Handballer haben mit dem 38:34 (16:18) im Sachsen-Derby gegen den SV 04 Plauen-Oberlosa ihren ersten Sieg in der dritten Bundesliga eingefahren und haben nun 3:7 Punkte.

Eine Ausbeute, mit der Niclas Reinhardt zufrieden war. „Das ist doch super“, sagte der 24-jährige Allrounder, der auch gegen die Vogtländer seine Vielseitigkeit und Torgefahr bewies. Ursprünglich auf der Linksaußen-Position zu Hause, lief er am Samstag im rechten Rückraum und als Rechtsaußen auf. „Ich spiele da, wo eine Lücke vorhanden ist“, sagte er und fügte nach dem doppelten Punktgewinn hinzu: „Wir sind in der Liga angekommen.“ Der Aufsteiger habe schon zuletzt in Altenholz und Stralsund gut mitgehalten. Angesichts vieler Verletzter habe da zum Schluss etwas die Kraft gefehlt. „Aber wir wussten, dass wir irgendwann Punkte holen.“

Nach Ansicht von Mannschaftskapitän Max Amtsberg hat der NHV offensiv wie defensiv eine gute Leistung gebracht. „Wir haben unser Potenzial gezeigt.“ Gegen die Gäste entwickelte sich vor 635 Zuschauern eine rasante Begegnung, in der die Plauener mit viel Härte auftraten. „Das ist ihre Spielweise“, kommentierte Niklas Prautzsch, der immer wieder in die Zweikämpfe ging und erfolgreich zum Abschluss kam.

Er kompensierte damit den gehandicapten Amtsberg. Der Torschütze vom Dienst leidet seit einiger Zeit unter Rückenschmerzen, formierte aber in der Deckung mit Oldie Thomas Oehlrich und Neuzugang Gregor Hofmann (kam aus Aue) einen kaum zu überwindenden Mittelblock. Das erinnerte an die zumeist starken Abwehrleistungen zuletzt in der Regionalliga.
Delitzsch dreht Partie dank Torwartwechsel
War die Partie in der ersten Halbzeit noch weitgehend ausgeglichen, so schienen die Spitzenstädter zu Beginn des zweiten Abschnitts auf der Gewinnerstraße abzubiegen und zogen auf 22:18 davon. Das Stoppschild stellte der eingewechselte Torhüter Denny Alpers auf. Mit zahlreichen Paraden, darunter einem parierten Siebenmeter, trug er maßgeblich zum Umschwung bei.

So „haben wir uns ein bisschen in einen Rausch gespielt“, analysierte ein erfreuter Chefcoach Jan Jungandreas. Da hätten seine Spieler „bewiesen, was sie können“. Es gebe „nichts zu meckern“, fand sein Vater, Trainer-Legende Uwe Jungandreas, der den Liga-Rivalen EHV Aue betreut. Plauens Übungsleiter Enrico Henoch, früher Co-Trainer des SC DHfK Leipzig, sprach von einem verdienten Erfolg der Concorden. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, war er mit dem Auftreten seines Vereins nicht zufrieden. Schließlich hat der SV sich als Ziel gesetzt, sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen und war als Favorit in das Duell mit Delitzsch gegangen.
 
Offenkundig haben die Concorden den Kader geschickt ergänzt. Vom SC DHfK sind Rune Klecar und Jan Brix gekommen. „Wir haben uns mit ihnen gut verstärkt“, lobte Team-Manager Martin Müller. Da sei enormes Potenzial vorhaben. Der 19-jährige Klecar übernahm im Rückraum jede Menge Verantwortung, Brix, ein Jahr älter, hatte gegen Plauen als Linksaußen und Strafwurfschütze eine hundertprozentige Quote. „Wir haben auch bei Rückstand nie den Kopf verloren“, sagte Brix.

So schaut der NHV gedämpft zuversichtlich den kommenden Aufgaben in Magdeburg, gegen Hamburg und in Berlin entgegen. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, meinte Alpers. Allerdings „müssen wir weiter hart arbeiten“, mahnte der Schlussmann. Zudem kämen hoffentlich bald die Verletzten Boris Teichert, Martin Bielicki und Niklas Zierau zurück. „Trotzdem habe wir auch mit einem kleinen Kader gezeigt, dass wir mithalten können“, frohlockte Jan Jungandreas.

NHV Delitzsch: Neuhäuser, Alpers, Voigt; Amtsberg (3), Prautzsch (6), Eckart (1), Birke, Griehl, Klecar (4), Brix (8), Hofmann (2), Oehlrich (1), Reinhardt (7), Hanner (6)

Text: Ulrich Milde / 28.09.2026 / Leipziger Volkszeitung

Foto: Jörg Weichelt