Trainer Jan Jungandreas sieht den NHV Concordia Delitzsch trotz der Niederlage in Stralsund auf dem richtigen Weg

Es waren verflixte 75 Sekunden bis zum Schlusspfiff. Bis dahin zeigte sich der NHV Concordia Delitzsch beim Stralsunder HV als absolut gleichwertig, es stand 25:25. Doch ein verwandelter Siebenmeter brachte die Männer von der Ostsee auf die Siegesstraße. Im Gegenzug vergaben die Gäste eine gute Torchance und kassierten letztlich das 25:27. Damit bleiben die Nordsachsen weiter sieglos und weisen nun 1:7 Punkte auf.
„Am Ende haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben“, ärgerte sich NHV-Trainer Jan Jungandreas. „Der Ausgang ist sehr enttäuschend“, kommentierte Kreisläufer Gregor Hofmann. Schließlich hätten die Concorden mit Leidenschaft „60 Minuten lang um jeden Ball gekämpft“. Sein Team habe „bei einem gestandenen Drittligisten ein Spiel auf Augenhöhe abgeliefert“, strich der Concorden-Chefcoach heraus.
Dabei war die personelle Ausgangslage des Liganeulings weiter angespannt. Zwar standen Tom Hanner und Thomas Oehlrich wieder im Kader. Doch es fehlten Martin Bielicki, Niklas Seifert, Niklas Zierau, Niklas Prautzsch und Vincent Viehweger. Zudem litt Max Amtsberg unter Rückenschmerzen. Der starke Niclas Reinhardt, der in der Anfangsphase kaum zu stoppen war und vier Tore erzielte, musste kurz danach mit einem ausgekugelten Finger passen. Weshalb mit fortschreitender Dauer angesichts der wenigen Wechselmöglichkeiten „ein bisschen die Kraft“ gefehlt habe, so der Übungsleiter
Dabei zeigte sich der Aufsteiger vor allem in der Defensive gegenüber den ersten Saisonbegegnungen deutlich verbessert. „Wir haben eine gute Abwehrleistung gezeigt“, meinte Jungandreas. Das erinnerte an die überragenden Auftritte der Verteidigung in den vergangenen Spielzeiten in der Regionalliga. „Wir finden uns langsam defensiv“, ergänzte Hofmann. Der 23-Jährige führte das auch auf das Mitwirken von Oehlrich zurück. Der Routinier dirigierte die Abwehr und sorgte gemeinsam mit Hofmann und Amtsberg für einen kaum zu überwindenden Mittelblock. „So sind wir schwer zu bespielen“, sagte Hofmann. Dafür fehlte in der Offensive die Durchschlagskraft.
Gleichwohl sah Jungandreas unterm Strich „viele positive Sachen“ und folgerte: „Wir sind drittligafähig.“ Die Entwicklung zeige in die richtige Richtung. Das Rückzugverhalten nach eigenen Ballverlusten habe sich ebenso verbessert wie die Arbeit hinten vor dem gut aufgelegten Torwart Denny Alpers. „Wir finden uns langsam defensiv“, sagte Hofmann, der vom Drittligisten EHV Aue nach Delitzsch gewechselt war und zu den bisherigen Saisongewinnern zählt.
Kam er im Erzgebirge nur sporadisch zum Einsatz, so ist er beim NHV nahezu die komplette Spielzeit auf der Platte, wird kaum ausgewechselt. „Das ist wahnsinnig toll und bringt mich definitiv weiter. Ich kann und darf sehr schnell sehr viel lernen.“ Sein Neuzugang „macht das gut“, lobte Jungandreas. Und wenn die Entwicklung so weitergehe, kämen bald auch die nächsten Punkte. „Wir müssen weiter fokussiert arbeiten“, forderte Hofmann.
NHV: Neuhäuser, Alpers, Voigt; Amtsberg (3), Eckart (4), Birke, Griehl, Klecar (5), Brix (3), Hofmann (3), Oehlrich (1), Reinhardt (4), Hanner (2), Teichert.
Text: Ulrich Milde / 22.09.2026 / Leipziger Volkszeitung
Foto: Jörg Weichelt
