Delitzschs Handballer vor großer Party
Er gehört zum Anschlusskader des NHV Concordia Delitzsch. Vornehmlich ist Espen Raab in dieser Saison in der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga aufgelaufen und hat mit ihr den Aufstieg in die Oberliga geschafft. Dazu absolvierte er mehrere Partien für das erste Team in der Handball-Regionalliga. „das waren tolle Chancen für mich als junger Spieler und schöne Erlebnisse, in vollen Hallen dabei zu sein.“, berichtet der 20-jährige.

Zwar stand er meist nur kurze Zeit auf der Platte, erzielte aber dennoch einige Tore. „Ich freue mich über jede Minuten, die ich spielen durfte.“ Und daraus müsse man das Beste machen. Er dürfte auch an diesem Samstag zum letzten Heimspiel der Saison nominiert werden. Gegner ist der amtierende Vizemeister, der HSV Bad Blankenburg (19 Uhr, Mehrzweckhalle).
Die Gastgeber stehen längst als Titelträger und Aufsteiger in die dritte Liga fest. Rückraumschütze Espen Raab wird somit wie die gesamte Mannschaft und der Trainerstab um Jan Jungandreas nach dem Abpfiff mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Mannschaftskapitän Max Amtsberg nimmt zudem die Meisterschale entgegen. Vor dem Spiel wird ab 14:30 Uhr mit den Fans gefeiert. Vorgesehen sind unter anderem sportliche Aktivitäten, Kinderschminken und Livemusik. Die Meisterspieler stehen für Fotos zur Verfügung.
Zwar ist der Ausgang der Partie für die Concorden punktemäßig unwichtig. Doch „wir wollen uns von unseren Fans mit einem Heimsieg aus der Saison verabschieden“, verspricht Chefcoach Jungandreas. Zweifel, dass seine Akteure nicht mehr hundertprozentig motiviert sein werden, hat er nicht. „Die intrinsische Motivation ist groß genug.“ Damit meint er den inneren Antrieb, als Sieger vom Parket zu gehen, weil „wir Spaß haben wollen“, wie es Außenspieler Niclas Reinhardt regelmäßig beschreibt. „Es ist unsere letzte Partie in eigener Halle nach zehn Jahren in der Regionalliga“, nennt Raab einen weiteren Grund die Anhänger nicht zu enttäuschen.
Der Gast hat eine wechselhafte Saison hinter sich. Als einer der Mitfavoriten gestartet, liegt der Verein auf Platz 9, schwebte zwischenzeitlich sogar in Abstiegsgefahr, hat den Klassenerhalt nun aber sicher. 25 Pluspunkte hat der HSV eingefahren – der NHV doppelt so viele. Welten und ein Trainerwechsel liegen dazwischen. Mitte Januar übernahmen Ivo Havel und Tomas Zeman. Das Gespann halte aus zwölf Spielen Zwölf Punkte. „Unsere Gäste sind sehr körperlich unterwegs, wir dürfen sie nicht unterschätzen“, warnt Jungandreas.
Er beschäftigt sich planerisch schon mit der neuen Saison. Da wird Espen Raab nur selten dabei sein. Zwar hat er in der ersten Mannschaft laut Jungandreas „seine Chance genutzt, er hat viel Potenzial, hätte aber auch mehr daraus machen können“. Doch Raab will in der Spielzeit 2026/267 vor allem in der zweiten Mannschaft mitmischen. „Darauf liegt meine Priorität.“ Tatsächlich hat er auch so einen vollen Terminkalender. Er kombiniert an der Dualen Hochschule Leipzig sein Studium der Immobilienwirtschaft mit einer beruflichen Tätigkeit bei der Leipziger Stadtbau AG. Der Sportler, der mit fünf Jahren in Delitzsch das Handballspielen erlernte, später mit LVB Leipzig in der A-Jugend Vize-Landesmeister wurde und dann zum NHV zurückkehrte, schließt aber nicht aus, sich später in den Drittligakader zurückkämpfen zu wollen. Das Talent hat der Rückraumschütze.
Ulrich Milde / 09.05.2026 / Leipziger Volkszeitung
Foto: Jörg Weichelt
