Das Verletzungspech von Niklas Seifert nimmt kein Ende: Nach einem Mittelfußbruch Anfang des Jahres bekam der Kreisläufer grünes Licht für die Vorbereitung – und klagte prompt wieder über Schmerzen. Concordia Delitzsch reagiert auf den Ausfall und verpflichtet Gregor Hofmann vom EHV Aue.

Der NHV Concordia Delitzsch hat personell nachgelegt. Der Aufsteiger in die 3. Liga hat Gregor Hofmann vom Liga-Rivalen EHV Aue verpflichtet. Der 22-Jährige unterschreibt einen Vertrag über zwei Jahre.
Die Nordsachsen reagierten damit auf den neuerlichen Ausfall von Niklas Seifert. Der Kreisläufer hatte sich zu Beginn des Jahres einen Mittelfußbruch zugezogen. Die Ärzte gaben ihm jetzt zu Beginn der Vorbereitung zwar grünes Licht. Doch der 24-Jährige verspürte erneut Schmerzen im Fuß. Nach einer neuerlichen medizinischen Untersuchung muss er nun bis voraussichtlich Ende August Ruhe halten. „Der Ausfall tut weh“, kommentierte NHV-Cheftrainer Jan Jungandreas.
Um das zu kompensieren, nahm er Kontakt zu Hofmann und seinem Klub auf. Der Spieler war ihm bereits in der Saison 2024/25 aufgefallen, als Delitzsch in der Regionalliga gegen den EHV Aue II antreten musste. Die beiden Vereine haben einen kurzen und guten Draht. Die Erzgebirger werden von der ostdeutschen Trainer-Ikone Uwe Jungandreas gecoacht, also Jans Vater. Der EHV informierte Hofmann über das Interesse der Concorden.
„Das wollte ich mir anhören“, berichtete der Neuzugang, der in der vorigen Woche zum Probetraining erschien. Beide Seiten fanden Gefallen aneinander. „Wir sind Aue dankbar, dass der Wechsel so schnell und reibungslos durchgezogen wurde“, sagte Jan Jungandreas.
Hofmann wollte „raus aus seiner Komfortzone“
„Er ist ein guter Typ und hat sich schnell in die Mannschaft integriert“, stellte sein neuer Übungsleiter fest. Der Spieler ist 1,85 Meter groß, also kleiner als die anderen Delitzscher Kreisläufer. „Dafür hat er einen tieferen Schwerpunkt“, so Jungandreas. Damit könne er die gegnerische Abwehr vor andere Probleme stellen als die Hünen Thomas Oehlrich, Niklas Seifert und Boris Teichert. „Ich arbeite gerne mit Sperren“, erzählte Hofmann, der im Fernstudium Bauprojektmanagement studiert und nach Delitzsch ziehen will.
Er wurde sportlich in Aue groß, durchlief alle Jugendmannschaften und rückte zur Saison 2025/26 in den Kader der ersten Mannschaft auf. Aber „ich wollte raus aus der Komfortzone und eine neue Herausforderung annehmen“. Verbunden sei das mit der Hoffnung auf jede Menge Spielzeit „auf Top-Niveau“. Die jüngsten Delitzscher Leistungen seien „sehr beeindruckend“. Immerhin sei der NHV zweimal in Folge Regionalliga-Meister geworden. Hofmann, der in seiner Freizeit gerne mit dem Rennrad unterwegs ist und wie in Aue mit der Rückennummer 36 auflaufen wird, sagte, er sei von dem spannenden Projekt des NHV begeistert. „Ich möchte meinen Teil zum Klassenerhalt beitragen.“
Beim EHV wäre Hoffmann der dritte Kreisläufer gewesen. „Er ist körperlich stark und ein Kämpfer“, sagte Uwe Jungandreas. „Ich hätte ihn gerne behalten.“ Aber es gehe um die Entwicklung des Sportlers, und da müsse er viel Einsatzzeiten bekommen. Delitzsch werde viel Freude an ihm haben. „Er ist eine Bereicherung“, prognostizierte der Trainer-Vater.
Text: Ulrich Milde / 31.07.2026 / Leipziger Volkszeitung
Foto: Antje Rennert
