Der Handball-Regionalligist NHV Concordia Delitzsch hat mit einem 28:28 gegen den HC Elbflorenz den Drittliga-Aufstieg perfekt gemacht. Wegen einem unverhofften Comeback konnte auch Vincent Viehweger auf der Platte mitfeiern.

Der Jubel kam mit Verzögerung. Notgedrungen. Denn das Spitzenspiel der Handball-Regionalliga am Samstag zwischen dem NHV Concordia Delitzsch und dem Zweiten, dem HC Elbflorenz II, begann eine Viertelstunde später als geplant. Der Grund: Die Schiedsrichterinnen Anne und Karen Baabbouz waren unpünktlich. Die Referees aus dem sächsischen Elite-Perspektivkader waren zuvor bei einer Partie in Leipzig eingesprungen. Der Freude der 600 Zuschauer tat dies keinen Abbruch. Nach dem 28:28 sind den Nordsachsen Titelverteidigung und Aufstieg in die dritte Liga nicht mehr zu nehmen. Der NHV weist zwei Spieltage vor Saisonende 50:6 Punkte auf, die Dresdner kommen auf 44:12 Zähler.
„Dritte Liga – Delitzsch ist dabei“, skandierten die begeisterten Fans wenige Minuten vor dem Abpfiff. Nach der Schlusssirene ging ein Konfettiregen auf die Spieler und Trainer Jan Jungandreas nieder. Für viele Delitzscher „geht nun ein Traum in Erfüllung“, sagte der Erfolgscoach, der die Mannschaft geformt hatte, bevor ihn die Freude überwältigte und ihm kein weiteres Statement zu entlocken war.

Dominik Eckart war da auskunftsfreudiger. „Ich freue mich riesig auf die dritte Liga“, so der Rechtsaußen. Die Aussicht darauf sei schließlich der Grund gewesen, „warum ich vor zwei Jahren aus Pirna hierher gekommen bin“. Die Aufstiegschance sei bei den Concorden deutlich größer gewesen – was sich nun bestätigt hat. „Wir haben zwei Jahre hart darauf hingearbeitet“, kommentierte zufrieden Mannschaftskapitän Max Amtsberg.
„Ich bin glücklich“, bekannte Niklas Prautzsch, der ebenso unermüdlich wie gekonnt das Angriffsspiel der Concorden antrieb und organisierte. „Wir haben eine geile Saison gespielt“, meinte der 29-Jährige. Was Gonzalo Tajuelo offenkundig ähnlich sah. „Delitzsch ist verdient Meister geworden, ich freue mich für den Verein über den Aufstieg“, sagte der Elbflorenz-Coach.
Etwas überraschend feierte gegen das Team aus der Landeshauptstadt Vincent Viehweger sein Comeback. Er hatte in dieser Saison wegen einer langwierigen Fußverletzung keine Sekunde gespielt und sollte eigentlich noch geschont werden. Doch auf Linksaußen herrschte ein Engpass. Martin Bielicki wurde an der Schulter operiert, Neuzugang Moritz Schwock war erkrankt.
„Bring deine Sportsachen mit“, ordnete Trainer Jungandreas am Vormittag an. Und so kam der 25-Jährige zu einigen wenigen Minuten. „Es war schön, mal wieder auf dem Parkett zu stehen“, berichtete er. Als Meister fühlte er sich aber auch so. „Ich gehöre zur Mannschaft. Alle auf und neben der Bank haben ihren Beitrag zur Titelverteidigung geleistet.“
Gegen Dresden erwischten die Gastgeber einen miserablen Start, liefen schnell einem 2:7 hinterher. Doch sie kämpften sich zurück und lagen zur Halbzeit nur mit 15:16 im Rückstand. Im zweiten Durchgang einer temporeichen Partie war das Geschehen ausgeglichen, das Remis letztlich gerecht. „Wir haben unser bestes Spiel seit drei Jahren gemacht“, betrachtete Tajuelo das Resultat als Punktgewinn.
Den „außergewöhnlichen Teamgeist“ hob NHV-Vize Sören Raab heraus. „Nicht Geld, sondern Leidenschaft ist der entscheidende Faktor.“ Und da der Kader zusammenbleibt, sah Raab gute Chancen, in der nächsten Saison den Klassenerhalt zu schaffen. Das dürfte auch das Ziel der zweiten Mannschaft sein.

Denn sie setzte sich am Wochenende bei der HSG Neudorf/Döbeln souverän mit 32:20 durch und steigt als Verbandsliga-Meister in die Oberliga auf. Als das in der Delitzscher Mehrzweckhalle verkündet wurde, brandete erneut riesiger Beifall auf. Ein großer Tag für den NHV.
NHV: Neuhäuser, Alpers; Amtsberg (3), Prautzsch (3), Eckart (1), Birke, Schmidt, Oehlrich (1), Griehl (9), Hanner (8), Viehweger, Reinhardt (3), Teichert.
Text: Ulrich Milde / 26.04.2026 / Leipziger Volkszeitung
Foto: Jörg Weichelt
