Drittligaaufsteiger NHV Concordia Delitzsch unterliegt dem Meisterschaftsfavori8ten EHV Aue mit 30:34

Es war das mit Spannung erwartete Vater-Sohn-Duell. Und da behielt Uwe Jungandreas, Trainer des Drittbundesligisten EHV Aue, mit 34:30 die Oberhand gegen den von seinem Sohn Jan gecoachten NHV Concordia Delitzsch. Wobei die Nordsachsen am Samstagabend an einer Sensation, einem Punktgewinn, nur ganz knapp vorbeischrammten.

„Das war schon etwas Besonderes“, sagte der Senior nach Ende des Sachsen-Derbys. Schließlich stand der 64-Jährige von 1997 bis 2010 an der Seitenlinie des Vorgängervereins Concordia Delitzsch und führte ihn sogar für eine Saison in die erste Bundesliga. „Die Anspannung war schon groß“, räumte die ostdeutsche Trainerlegende ein. Immerhin war es sein erstes Punktspiel gegen den Sohn. Der wiederum berichtete, dass er sich auf die Auseinandersetzung sehr gefreut habe, aber vor allem wegen der Stimmung in der mit über 800 Zuschauern proppenvollen und nahezu ausverkauften Delitzscher Mehrzweckhalle, was an frühere Zeiten erinnerte.

Während der Partie herrschte an der Seitenlinie das normale Übungsleiter-Geschäft. „Da macht man sich keine Gedanken, dass der gegnerische Trainer der Vater ist“, sagte der Filius, der gewohnt engagiert coachte und vor der Auswechselbank fast permanent in Bewegung war, auf und ab lief, als würde er Kilometergeld bekommen. Der Vater, gestählt durch seine Erfahrungen etwa beim SC Magdeburg, beim DHfK Leipzig und beim Dessau-Roßlauer HV, arbeitete ähnlich intensiv, aber weniger laufintensiv. Beide griffen tief in die Trickkiste, um mit Umstellungen auf die Spielweise des Kontrahenten zu reagieren. „Jan hat viel von seinem Vater gelernt“, lobte Aues Manager Rüdiger Jurke. „Das war taktisch richtig gut.“

So hätte beinahe dieses packende, temporeiche Match einen überraschenden Ausgang gehabt. Denn der Aufsteiger aus Delitzsch, dessen einziges Ziel der Klassenerhalt in der dritten Liga ist, brachte den Meisterschaftsaspiranten an den Rand einer Niederlage. Speziell im ersten Durchgang überzeugte der NHV und brillierte mit der besten Halbzeit dieser Saison. Marian Voigt im Tor hielt, was zu halten war, die Abwehr stand bei Aues Positionsangriffen sicher, der Angriff war mit Wucht unterwegs und erzielte Tore wie am Fließband. „Wir waren da ziemlich gut‘“, meinte Concorden-Spielmacher Rune Klecar. Seine Mannschaft habe „katastrophal agiert“, ärgerte sich dagegen Jurke. „Wir hatten keinen Zugriff“, gestand Rückraumschütze Robin Pfeil. „Delitzsch hat uns vor schwierige Aufgaben gestellt“, räumte Jungandreas der Ältere ein. Sein Verein lag zum Seitenwechsel mit 17:21 hinten.

Im zweiten Abschnitt „sind wir besser in die Zweikämpfe gekommen“, analysierte er Die Erzgebirgler kamen wieder heran, gingen in der 56. Minute mit 31:30 in Führung und ließen nichts mehr anbrennen. In der Schlussphase „haben wir keine guten Lösungen mehr gefunden“, kommentierte Jan Jungandreas. Da habe die Durchschlagskraft gefehlt“, analysierte Linksaußen Moritz Schwock.

Von den Gästen gab es viel Lob für die Concorden. „Delitzsch hat uns alles abverlangt“, sagte Rückraumakteur Paul Bones. Der NHV habe eine tolle Mannschaft und bleibe mit Sicherheit in der Liga. „Auf alle Fälle“ habe der Aufsteiger eine große Chance, den Abstieg zu vermeiden ergänzte Jurke. „Das denke ich auch“, unterstützte Uwe Jungandreas diese Aussage und empfahl: „Delitzsch darf sich nicht vom weg abbringen lassen.“ Dafür wird schon sein Filius sorgen.

NHV: Neuhäuser, Alpers, Voigt; Seifert (7), Amtsberg (7), Prautzsch (2), Eckart, Birke, Griehl (3), Klecar (8), Brix, Hanner, Reinhardt (3), Schwock.