NHV Concordia Delitzsch verliert bei den Jungfüchsen deutlich mit 26:36

Berlin ist eine Reise wert – eine Metropole mit vielen Facetten und Sehenswürdigkeiten. So werben die dortigen Touristiker rund um den Globus für einen Besuch. Auf den NHV Concordia Delitzsch traf dieser Slogan nicht zu. Der Drittbundesligist verlor am Sonntag die Partie bei der zweiten Mannschaft der Füchse Berlin klar mit 26:36 und weist nun 5:11 Punkte auf.

Drogen, kriminelle Clans, explodierende Mieten und eine zumindest in Teilen kaum funktionierende Verwaltung stehen für die negative Seite der Hauptstadt. Das hat offenbar auf die Übertragung der Begegnung auf Sporteurope.tv abgefärbt. Das Bild blieb in den ersten sechs Minuten komplett dunkel, auf einen Kommentator, eigentlich Pflicht in dieser Staffel, wurde komplett verzichtet. So verpassten die Zuschauer einen „alles andere als guten Start“ der Concorden, wie es Trainer Jan Jungandreas formulierte. Denn es ging Schlag auf Schlag bei den Zeitstrafen. Minute 2:02: zwei Minuten gegen Niclas Reinhardt. 16 Sekunden später: zwei Minuten gegen Rune Klecar. Minute 3:12: zwei Minuten gegen Niklas Prautzsch. Minute 4:34: erneute Zeitstrafe gegen Niclas Reinhardt.

„Das tut weh, so in ein Spiel zu starten“, stöhnte Jungandreas. Die Jungfüchse nutzen die wiederholte Überzahl, um aus einem 0:1 (Torschütze: Max Amtsberg) ein 6:2 zu formen. Danach kamen die ersatzgeschwächten Gäste, die neben den Langzeitverletzten kurzfristig auf Thomas Oehlrich und Tom Hanner verzichten mussten, dank einer guten Wurfeffizienz durch einen Treffer von Klecar in der 16. Minute zum 9:9-Ausgleich. Die Zuversicht unter den Delitzscher Fans – sie hatten mit Trommeln und Anfeuerungen die Lilli-Henoch-Sporthalle im Griff – wuchs, wurde aber rasch zerstört. Der Heimverein zog wieder davon und lag zum Seitenwechsel mit 19:15 vorn. Erschwerend für den NHV kam hinzu, dass Reinhardt, ein extrem abwehrstarker Spieler, in der 23. Minute seine dritte Zeitstrafe kassierte und somit für den Rest des Duells zum Zuschauen verurteilt war.

Im zweiten Abschnitt waren die Fronten rasch geklärt. Die Füchse bauten die Führung auf 24:16 aus, die Nordsachsen hatten nur noch wenig entgegenzusetzen. Wie schon in mehreren zurückliegenden Punktspielen gab es zu viele Phasen, in denen wenig zusammenlief. Es war diesmal auch kaum etwas zu spüren von der Emotionalität, um mit Kampfkraft zu versuchen, das Ruder doch noch herumzureißen. „Das hat heute gefehlt“, sagte Jungandreas. „Es war in allen Bereichen zu wenig.“

Gleichwohl gab es auch einige wenige positive Aspekte. Die beiden Jacobs (Birke und Griehl) erhielten ordentlich Einsatzzeit und nutzen sie zu jeweils drei Toren und gesteigertem Selbstvertrauen. Und Torwart Max Neuhäuser „hat gute Akzente gesetzt“, lobte der Trainer.

NHV: Neuhäuser, Alpers, Voigt; Seifert (1), Amtsberg (3), Prautzsch, Eckart (3), Birke (3), Griehl (3), Klecar (7), Brix (4), Hofmann, Reinhardt (2).

Text: Ulrich Milde