Letzte Niederlage gegen Köthen: NHV Delitzsch hat „es nicht vergessen“ und will Revanche

Neuzugang Jacob Birke steht vor seinem ersten großen Derby mit dem NHV Concordia Delitzsch. Der 21-jährige Defensivspezialist kam kurz vor Saisonstart aus Leipzig. Gegen die HG Köthen will der Tischlerlehrling nicht nur hinten dicht machen – sondern auch vorne Akzente setzen.
Immer wieder die HG Köthen. Der dortige Handball-Regionalligist, an diesem Samstag Gast des NHV Concordia Delitzsch (Anpfiff: 19 Uhr), spielt in der sportlichen Vita der Nordsachsen eine durchaus bedeutende Rolle. Ältere Semester werden sich daran erinnern, dass der amtierende Meister seine letzte Niederlage in der Staffel in der vergangenen Saison einstecken musste. Am 10. Januar 2025 gab es eine 27:30-Pleite – in Köthen. Seitdem haben die Concorden übergreifend in 18 Partien einmal nur ein Unentschieden erzielt. Alle anderen Begegnungen wurden gewonnen.
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„Wir haben das nicht vergessen“, erinnert sich NHV-Chefcoach Jan Jungandreas an die Schlappe und kündigt ein „heißes Duell“ in diesem Derby an. „Die Zuschauer können sich auf eine spannende Auseinandersetzung freuen.“ Sein Team, mit 9:1 Punkten derzeit Zweiter, gehe mit breiter Brust in den Kampf gegen die mit 8:2 Zählern auf dem fünften Rang lauernden Köthener, die die Ex-Concorden Frank Grohmann und Moritz Brodowski in ihrem Kader haben. „Ich gehe davon aus, dass unsere Brust nach dem Schlusspfiff noch breiter wird“, sagt der Trainer.
Keine guten Erinnerungen hat die „Macht vom Lober“ an diesen August. Zwar behielten die Delitzscher in dem Vorbereitungsspiel die Oberhand, doch Rückraumschütze Niklas Zierau zog sich dabei einen Kreuzbandriss zu und wurde operiert. So ist fraglich, ob der 25-jährige Chemiestudent in dieser Saison noch einmal für den Titelverteidiger auflaufen kann.
Nach Sprung aus der Oberliga: Neuzugang Birke bereit für Derby-Debüt
Des einen Leid ist dabei des anderen Freud. Als Ersatz hat der NHV kurz vor Saisonbeginn Jacob Birke verpflichtet. Zuvor hatte der gebürtige Leipziger ein Probetraining absolviert. „Das hat mir ganz gut gefallen“, erzählt der 21-Jährige. Nach ein paar Tagen habe er sich dann mit Teammanager Martin Müller getroffen und zugesagt. „Er war mir schon vorher positiv aufgefallen“, berichtet Jungandreas über Birke, der eine Staffel tiefer in der Oberliga für LVB Leipzig aktiv war und, „da er sehr ehrgeizig ist“, den Sprung in die höhere Liga packen will. Erfreulicherweise habe LVB beim Wechsel keine Steine in den Weg gelegt, so der Übungsleiter.
„Ich denke, ich habe mich gut eingelebt“, sagt Birke. Es gebe viel zu lernen. Seine Stärken hat der 1,91 Meter große Handballer in der Defensive. „Da ist er sehr variabel, er kann im Mittelblock, auf der Halbposition oder auf der Spitze agieren“, sagt sein neuer Trainer. Alles weitere, also Einsätze im Angriff, sei Bonus, betont Birke bescheiden. Aber auch da hat er schon überzeugt. Der Tischlerlehrling („In der Berufsschule hat man mich schon erkannt“) hat allein beim Drittligaabsteiger Anhalt Bernburg den Ball fünf Mal ins gegnerische Tor gehämmert, so zum 44:38-Erfolg beigetragen und als Vertreter Max Amtsberg die nötigen Pausen verschafft.
Köthen kann der Hobby-Radfahrer schwer einschätzen. Er meint, der Gegner dürfte nicht unterschätzt werden. Klar ist für den Neuzugang, „dass wir mit Überzeugung herangehen und gewinnen wollen“. Schließlich sei es das Ziel, den Titel zu verteidigen. „Wir sind nicht meistermüde.“ Und aktuell sehe es ja auch sehr gut aus, trifft er den Nagel auf den Kopf.
Ulrich Milde / 10.10.2025 /LVZ
