Keine Festspiele, aber eine flotte Partie: Concordia Delitzsch verliert Testspiel gegen Bayreuth

Ulrich Milde

Ulrich MildeLeipziger Volkszeitung

Jan Jungandreas

NHV-Coach Jan Jungandreas ist mit der Leistung seiner Mannschaft gegen Haspo Bayreuth zufrieden. © Wolfgang Sens

Oberligist Delitzsch verliert Testspiel gegen Bayreuth mit 15:20. Beide Mannschaften probieren vieles aus. Es fällt auf, dass Torjäger Max Amtsberg verletzt fehlt.

Delitzsch. Zugegeben, die besten Wagner-Festspiele waren es nicht. Aber die Freundschaftsbegegnung des Handball-Oberligisten NHV Concordia Delitzsch gegen Haspo Bayreuth entwickelte sich zu einer unterhaltsamen Partie. Die Franken behielten dabei in Nordsachsen mit 20:15 (11:9) erwartungsgemäß die Oberhand. „Wir haben viel ausprobiert“, zeigte Haspos Mannschaftsverantwortlicher Michael Fröhlich sich nach dem Abpfiff mit der Leistung seines Teams durchaus einverstanden. Concordia Chefcoach Jan Jungandreas war ebenfalls alles andere als unzufrieden. „Immerhin haben wir gegen einen höherklassigen Gegner gespielt.“

Und der hatte vor Kurzem in einem Testspiel zur Vorbereitung auf die neue Saison den SV Plauen-Oberlosa deutlich mit 28:20 aus der Halle gefegt. Die Plauener waren einige Jahre lang Rivale des NHV in der Oberliga und schafften ungeachtet der durch die Corona-Pandemie abgebrochenen Spielzeit 2020/21 den lang ersehnten Aufstieg in die dritte Liga. Ein neuerliches Aufeinandertreffen mit der Mannschaft aus der Richard-Wagner-Stadt wird es nicht geben. In der dritten Liga werden 82 Mannschaften in sieben Staffeln dabei sein, Plauen ist in der Gruppe C, Bayreuth in der E. 26 Vereine werden absteigen.

„Unser Ziel ist ganz eindeutig der Klassenerhalt“, berichtete Yannik Meyer-Siebert. Er ist der drei Jahre ältere Bruder von Julius Meyer-Siebert (21), der für den Bundesligisten  DHfK Leipzig  aufläuft. „Er hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert“, sagte Yannik-Meyer-Siebert, der selbst keine Ambitionen hat, in die großen sportlichen Fußstapfen des Bruders zu treten. „Für mich ist Handball Hobby.“ Julius Meyer-Siebert ist seit vier Jahren in Leipzig. Der 2,06 Meter große linke Rückraumspieler gilt als Riesenlatent im Leipziger Kader.

Vorfreude auf Saisonstart

Stimmung herrschte in der Delitzscher Mehrzweckhalle fast wie bei einem Oberliga-Punktspiel. Dafür war der Fanclub Loberhaie verantwortlich. Und er sah eine Startphase der Concorden, die die Vorfreude auf den Saisonstart am 11. September gegen den HC Aschersleben deutlich erhöhte. Ein glänzend aufgelegter Steve Baumgärtel erzielte aus dem rechten Rückraum heraus in den ersten acht Minuten allein vier Treffer, der NHV führte mit 5:4 und baute den Vorsprung nach einem Tor von Rückkehrer Thomas Oehlrich sogar weiter aus.

Mit ihrem Tempospiel kamen die Gäste allerdings nicht nur heran, sondern lagen zum Seitenwechsel leicht in Führung. Bemerkbar machte sich bei den Gastgebern, dass Torjäger Max Amtsberg nach seiner Meniskusoperation nicht zu Verfügung stand. „Ich habe jetzt mit dem Training begonnen, nur handballspezifische Übungen lasse ich noch aus“, so Amtsberg.

Wurf über gesamtes Spielfeld

Im zweiten Abschnitt, Baumgärtel wurde geschont, lief in der Offensive des NHV wenig bis nichts zusammen. Der Rückraum entwickelte kaum Torgefahr, Anspiele an den Kreis blieben erfolglos, mehrere technische Fehler kamen oben drauf.

So dauerte es bis zur 38. Minute, ehe die Concorden den ersten Treffer im zweiten Abschnitt verbuchten – und es war ausgerechnet Torwart Felix Herholc. Bayreuth war in Unterzahl und hatte den Keeper raus- und einen sechsten Feldspieler reingenommen. Nach einem abgefangenen Ball schaltete der Delitzscher Hüter schnell und traf mit seinem Wurf über das gesamte Spielfeld. Jungandreas nutzte die Gelegenheit, viel zu wechseln, alle Spieler einzusetzen. Auf sich aufmerksam machen konnte vor allem Max Beyer. Der 18-jährige Nachwuchsspieler, aus Eilenburg gekommen, war drei Mal erfolgreich.