Neuzugang Moritz Schwock und den NHV Delitzsch ist der Titel quasi nicht mehr zu nehmen.


 
Es läuft die letzte Minute. Der HC Einheit Plauen ist gerade durch einen Strafwurf von Petr Linhart auf zwei Tore herangekommen, schöpft wieder Hoffnung auf einen Punktgewinn. Doch Moritz Schwock, Linksaußen des NHV Concordia Delitzsch, setzt mit seinem Treffer zum 30:27 für den amtierenden Meister der Handball-Regionalliga am Samstag den Schlusspunkt und macht die Tür zu Titelverteidigung und Aufstieg in die dritte Liga ganz weit auf. Bei drei noch ausstehenden Partien führen die Concorden die Staffel mit sechs Punkten vor dem HC Elbflorenz II an.

„Er hat in einer entscheidenden Phase ein wichtiges Tor erzielt“, freut sich Trainer Jan Jungandreas über den Neuzugang und spricht von einem „guten Einstand“ – nach nur dreimaligem Training. „Man sieht, dass er hervorragend ausgebildet ist“, lobt Torwart Max Neuhäuser den gebürtigen Anklamer, der „ein Gewinn“ für den NHV sei. Der 24-Jährige, der früher für den Drittligisten SC DHfK Leipzig II und auch für den EHV Aue in der zweiten Bundesliga aktiv war, strahlt nach dem Abpfiff im Vogtland. „Es war wahnsinnig cool, wieder auf der Platte zu stehen“, berichtet der Informatik-Student und räumt ein, dass er nach 20 Minuten Spielzeit schon ein wenig außer Atem gewesen sei. Kein Wunder nach einem Jahr Pause.

Dabei tut sich der amtierende Meister zunächst äußerst schwer. Einheit überrascht den Gast mit einer offensiven Deckung, womit der Concorden-Angriff so seine Mühe hat. „Das war eine Herausforderung für uns“, gesteht Neuhäuser, der mehrere freie Würfe des HC entschärft. Zudem weist die Abwehr nicht die zumeist praktizierte Geschlossenheit auf. Mit der Folge, dass die Gastgeber, die den Klassenerhalt noch nicht sicher haben, mit 13:9 vorne liegen.
Da schlägt die Stunde von Schwock. In Minute 20:14 wird er eingewechselt, zeigt in der Verteidigung auf der Halben („Das ist nicht unbedingt meine Stammposition“) eine konzentrierte Leistung und packt so zu, als wäre sein letztes Punktspiel erst vor einer Woche gewesen. 40 Sekunden vor Ende des ersten Durchganges, den der Heimverein mit 16:13 für sich entscheidet, folgt die Torpremiere im Delitzscher Dress. Nach einem Pass von Max Amtsberg netzt Schwock mit einem Wurf ins lange Eck souverän ein.

Im zweiten Durchgang bleibt der Neuling zunächst auf dem Parkett, macht später Platz für Jacob Birke und kehrt in der Schlussphase zurück. Dabei erlebt er eine furiose Aufholjagd seines Teams. „Wir haben zu viele Fehler gemacht“, hadert Plauens Übungsleiter Mario Schuldes. Das habe „die Top-Mannschaft Delitzsch“ eiskalt bestraft. „Auch unsere Abwehr war jetzt besser“, urteilt Jungandreas. „Dadurch haben wir den HC zu Fehlpässen gezwungen“, meint Neuhäuser. Der überragende Jacob Griehl sorgt in der 39. Minute für den Gleichstand, kurz danach erzielt Niclas Reinhardt mit dem 19:18 die erste NHV-Führung, die dann ausgebaut und behauptet wird.
„Jetzt holen wir uns den Aufstieg“, bilanziert Schwock. Keine allzu gewagte Prognose, denn nächsten Samstag gegen den HC Elbflorenz II reicht schon eine nicht zu hohe Niederlage.

NHV: Neuhäuser, Alpers, Ramos Schwirtz; Amtsberg, Prautzsch (3), Eckart (2), Birke, Schmidt (1), Oehlrich, Griehl (10), Hanner (10), Reinhardt (1), Raab, Schwock (3) Teichert.

Text: Ulrich Milde / 20.04.2026 / Leipziger Volkszeitung

Foto: Jens Teresniak