„Schon eine gewisse Belastung“: Am Samstag empfängt der NHV Concordia Delitzsch den HC Glauchau/Meerane. Nach der Partie folgen innerhalb einer Woche drei weitere Spiele. Doch Kapitän Max Amtsberg macht das nicht nervös.

 
Es läuft für den NHV Concordia Delitzsch. Auch wenn der Handballregionalligist nicht spielt. Die Partie am vergangenen Samstag beim HV Rot-Weiß Staßfurt wurde wegen der Witterungsbedingungen abgesagt – und trotzdem baute der Spitzenreiter (29:1 Punkte) seinen Vorsprung aus, zumindest gemessen an der Minusseite. Der Tabellenzweite, der SV Anhalt Bernburg, kam überraschend gegen die HSG Freiberg über ein 27:27 nicht hinaus. Der Drittliga-Absteiger, der gerne wieder aufrücken möchte, hat nun 24:8 Zähler.

Doch von einer Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft will NHV-Kapitän Max Amtsberg nichts wissen: „Es ist noch alles offen.“ Die Rückrunde sei lang, da sei vieles möglich, warnt der 26-Jährige und mahnt Entschlossenheit und Konzentration seines Teams an. „Wir wollen so lange wie möglich ungeschlagen bleiben.“ Großes Ziel ist schließlich die Titelverteidigung. Einen weiteren Schritt auf dem Weg dahin unternehmen die Nordsachsen an diesem Samstag in eigener Halle gegen den HC Glauchau/Meerane. Der Anpfiff in der Mehrzweckhalle erfolgt um 19 Uhr.

Klar ist, dass die Gastgeber der haushohe Favorit sind. Der Klub ist seit über einem Jahr ungeschlagen, den letzten Punktverlust gab es zum Saisonauftakt im September mit dem 29:29 gegen Staßfurt. „Ich hoffe, dass wir nach der Weihnachtspause gut reinfinden“, sagt NHV-Cheftrainer Jan Jungandreas. Der Gegner habe eine gute Qualität. Das sei im Hinspiel zu sehen gewesen, als seine Mannschaft sich in der ersten Halbzeit schwergetan und nur mit einem Tor geführt habe. Unterm Strich stand trotzdem ein klarer 33:27-Erfolg. „Glauchau ist seit Jahren ein stabiler Faktor in der Staffel“, mahnt auch Amtsberg. „Wir dürfen den HC nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Wichtig sei, sofort wieder auf einhundert Prozent zu kommen.
Wobei es maßgeblich auch auf Amtsberg ankommen wird. Der 1,99 Meter große Blonde ist bei den Kontrahenten gefürchtet für seine harten Würfe aus dem linken Rückraum. In der vorigen Saison kam er auf 154 Treffer. Das bedeutete Rang sieben in der Torschützenliste der Staffel. Momentan ist er auf Platz 21 zu finden (82 Treffer). Was aber nur auf den ersten Blick wie eine Verschlechterung aussieht. Jungandreas nutzt die Breite des Kaders und gibt dem gelernten Industriemechaniker entsprechende Pausen.

Zudem hat sich nach Einschätzung seines Übungsleiters in den bisherigen fünfeinhalb Jahren in Delitzsch (Amtsberg: „Ich fühle mich hier sehr wohl“) deutlich weiterentwickelt. „Er hat Riesenschritte zurückgelegt“, lobt Jungandreas. So versucht Amtsberg nicht mehr ausschließlich, mit urwüchsiger Kraft zum Abschluss zu kommen, sondern fällt auch durch kluge Pässe zu seinen Mitspielern auf. Zudem hat der Hüne sich in der Abwehr deutlich verbessert. Gleichwohl sieht der Chefcoach noch weiteres Steigerungspotenzial bei seinem „sehr ehrgeizigen“ Akteur, der mehrere Angebote aus der dritten Liga abgelehnt hat.
 
Die Amtsberg & Co. stehen vor einer extrem anspruchsvollen Woche. Nach dem Duell mit Glauchau folgt am Mittwoch in eigener Halle die Freundschaftsbegegnung gegen den Bundesligisten SC DHfK Leipzig. Am nächsten Freitag wird das Spiel in Staßfurt nachgeholt, bereits 24 Stunden später kommt der ThSV Eisenach II an den Lober. „Das ist schon eine gewisse Belastung“, räumt Amtsberg zwar ein. Aber es ist nichts, was ihn nervös werden lässt.

Ulrich Milde / 16.01.2026 / LVZ