Torhüter Max Neuhäuser hält stark, wird aber auch mehrfach am Kopf getroffen.

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Max Neuhäuser wird mehrfach heftig im Gesicht getroffen. Der NHV-Schlussmann bleibt unverletzt und zieht aus den Aktionen der Gäste vom HC Einheit Plauen sogar zusätzliche Motivation.

Die Offensivaktionen des NHV Concordia Delitzsch sehen zumeist so aus: Über Ballgewinne in der Abwehr geht es im rasanten Tempo nach vorne, der Rückraum sucht Eins-gegen-Eins-Situation zum Durchbruch. Zudem sorgen Max Amtsberg, Tom Hanner, Niklas Zierau und Georg Eulitz für Treffer aus der Distanz. Die Außenspieler werden, abgesehen von schnellen Gegenangriffen, nicht ganz so eingebunden.

In der Begegnung des Handball-Regionalligisten gegen den HC Einheit Plauen am Samstag in der Mehrzweckhalle lief es ein wenig anders. Da überzeugten im Angriff vor allem Linksaußen Martin Bielicki und sein rechter Konterpart Dominik Eckart, erzielten zusammen acht Tore und trugen so maßgeblich zum 28:24-Erfolg der Nordsachsen bei. Sie bleiben mit nunmehr 30:4 Punkten souveräner Spitzenreiter. Der Zweite, die SG Pirna/Heidenau, weist 24:10 Zähler auf, es folgt der HSV Bad Blankenburg (23:9).

Teamkollege krank: Eckart nutzt seine Chance

„Es hat Spaß gemacht“, kommentierte Bielicki sein Auftreten. Der 20-Jährige erhält zumeist nicht so viele Spielanteile wie Vincent Viehweger. „Als junger Spieler muss man sich das erarbeiten“, sagte Bielicki. „Ich bin ganz zufrieden“, formulierte es Eckart (23). Er profitierte davon, dass Rechtsaußen Niclas Reinhardt zwar dabei war, zuvor krankheitsbedingt aber kaum trainieren konnte. „Bielicki und Eckart haben das ganz toll gemacht“, lobte Trainer Jan Jungandreas seine beiden Jungspunde. Anerkennung zollte er auch Torhüter Max Neuhäuser, der mehrfach glänzend parierte und speziell in der Anfangsphase die Gastgeber im Rennen hielt.

Denn der Start verlief aus Sicht des Spitzenreiters mehr als zäh. „Uns hat zu Beginn der Rhythmus gefehlt“, bemängelte Jungandreas. Einheit warf sich einen Drei-Tore-Vorsprung heraus. „Da waren wir offensiv gut“, meinte HC-Akteur Petr Linhardt. „Im Angriff haben wir zunächst keine Lösungen gefunden, da sind wir schwierig reingekommen“, ergänzte Bielicki. Zudem wies die Verteidigung der Concorden zunächst speziell in der Mitte große Lücken auf. Die Plauener Außen „haben wir ganz gut im Griff gehabt“, meinte Eckart.

Torhüter Neuhäuser kassiert mehrere Kopftreffer

Doch angetrieben von Niklas Prautzsch „kämpften wir uns gut in die Partie“, sagte Jungandreas. Neuhäuser kassierte in dieser Phase drei Kopftreffer. „Sie waren der Dosenöffner für uns“, vermutete der Schlussmann, „obwohl ich das nicht brauche“. Gegen eine, so Jungandreas, „robuste Plauener Abwehr“ gewann das Heimteam mit fortschreitender Dauer die Oberhand und führte zum Seitenwechsel vor mehr als 500 Zuschauern mit 14:12.

Im zweiten Abschnitt „haben wir uns zu viele technische Fehler geleistet“, sagte Linhardt. Folglich baute der Liga-Primus seine Führung auf zwischenzeitlich sechs Tore aus und fuhr letztlich einen „relativ souveränen Sieg“ ein, so Jungandreas. HC-Coach Mario Schuldes sprach ebenfalls von einem „verdienten Erfolg“. In Delitzsch zu gewinnen sei nur möglich, wenn der Gegner einen überragenden Tag und auch das nötige Glück habe.

Das wird auch der kommende Gegner, der HSV Apolda, benötigen. Die Thüringer erwarten am nächsten Samstag den NHV. Will das Schlusslicht den Abstieg vermeiden, muss gegen den Tabellenführer versucht werden zu punkten. „Jedes Spiel geht zwar bei null los, aber wir wollen in diesem nächsten Endspiel um die Meisterschaft gewinnen“, kündigte Neuhäuser an.

NHV Delitzsch: Neuhäuser, Alpers, Ramos Schwirtz; Eulitz (2), Seifert (2), Amtsberg (3/1), Prautzsch (5), Eckart (4), Bielicki (4), Zierau (1), Oehlrich (3), Griehl (2/2), Viehweger (1), Reinhardt (1), Teichert.

Ulrich Milde / 23.02.2025 / Leipziger Volkszeitung