Langzeitverletzter Niklas Seifert feiert erfolgreiches Comeback

Seine Leidenszeit war lang. Acht Monate musste Niklas Seifert nach einem Mittelfußbruch pausieren. Am Samstag, in der Heimpartie des NHV Concordia Delitzsch gegen den HC Hamburg II, feierte der 24-Jährige sein Comeback. Und was für eins: Im Duell der beiden Aufsteiger in die dritte Bundesliga setzten sich die Gastgeber mit 31:26 durch und fuhren damit den zweiten doppelten Punktgewinn ein. 

„Ich habe mich gefreut, wieder dabei zu sein“, sagte der Kreisläufer, der in der 20. Minute der Partie von Trainer Jan Jungandreas auf das Parkett geschickt wurde und kurz vor dem Halbzeitpfiff mit dem 15:12 seinen ersten Saisontreffer erzielte. Viel wichtiger für das Spiel der Concorden: Mit Seifert, der vor gut drei Jahren vom HC Burgenland an den Lober gewechselt war, stand dem Team ein starker Kreisläufer wieder zur Verfügung.   Da auch Gregor Hofmann – er hatte vor einer Woche wegen einer Verletzung passen müssen – zurückgekehrt war, konnte Jungandreas auf dieser Position auf ein Trio zurückgreifen, also ohne Leistungsabfall durchwechseln. Abgerundet wurde es von Routinier Thomas Oehlrich. Sie formierten einen überragenden Mittelblock. 

Der sorgte dafür, dass der Liga-Neuling mit einer überragenden Defensive agierte, wie es in den vergangenen zwei Spielzeiten nahezu die Regel war. „Unsere Abwehr war gut, das hat den Grundstein für unseren Erfolg gelegt“, lobte der Trainer. Zudem erwischte Torwart Marian Voigt einen Sahnetag und entschärfte mehrere freie Würfe. Er sei froh, dass dem Team „ein bisschen helfen konnte“, sagte der Schlussmann bescheiden. Hamburgs Coach Lukas Ossenkopp sprach daher auch von einem „verdienten Sieg“ der Concorden. 

Dabei kam das Nachwuchsteam des Erstbundesligisten „gut in die Partie“, wie es Rechtsaußen Levin Unbehaun formulierte. Der 21-Jährige kommt regelmäßig auch in der Eliteliga zum Einsatz. So zogen die Hanseaten auf 10:6 davon. „Doch dann hatten wir leider eine schlechte Phase“, ärgerte sich der sechsfache Torschütze Unbehaun. „Das war der Knackpunkt“, ergänzte Ossenkopp. Die Concorden, die ihre anfängliche Nervosität abgelegt hatten, nutzten dieses, um in der 26. Minute durch Jacob Griehl erstmals in Führung zu gehen. „Wir haben uns reingekämpft“, resümierte Seifert. 

Im zweiten Abschnitt kamen die unermüdlich kämpfenden Hamburger zwar noch auf einen Treffer heran. Doch die Delitzscher konterten immer wieder. Mit dem 29:24 machte Hofmann kurz vor Schluss den Deckel drauf, der Rest war Ergebniskorrektur. 

Seifert führte den Erfolg auch auf die kräftige und lautstarke Unterstützung der heimischen Fans zurück. „Die Zuschauer können uns helfen“, sagte Seifert. Das sei ein bedeutsames Pfund, um vor allem in der eigenen Halle die nötigen Punkte zum Verbleib in der Staffel zu holen. Voigt sprach von einem „tollen Support, das macht richtig Spaß“. 

Die nächsten zwei Spiele führen die Concorden in die Ferne. Am nächsten Sonntag geht es zur Reserve des Bundesligisten Füchse Berlin, den Samstag darauf zum HV Grün Weiß Werder. Am 31. Oktober kommt es zum Vater-Sohn-Duell: Dann empfängt der NHV den EHV Aue, der von Uwe Jungandreas gecoacht wird. 

Mit der bisherigen Punktausbeute von 5:9 Zählern zeigte sich Jungandreas der Jüngere zufrieden.   Jetzt hofft er, dass bald die weiteren Verletzten zurückkommen, „damit wir mehr Beständigkeit in unser Spiel bekommen“. 

NHV: Neuhäuser, Alpers, Voigt; Seifert (2), Amtsberg, Prautzsch (2), Eckart (2), Birke, Oehlrich, Griehl (3), Hanner (6), Klecar (7), Brix (4), Hofmann (2), Reinhardt (3). 

Text: Ulrich Milde

Foto: Jörg Weichelt