Der NHV Concordia Delitzsch um Maximilian Amtsberg kann gegen Elbflorenz II den Aufstieg perfekt machen.

Im Spitzenspiel gegen Elbflorenz II will der Handball-Regionalligist alles perfekt machen. Es gibt aber noch eine kleine Hürde für Concordia Delitzsch.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Gonzalo Tajuelo, Trainer des Handball-Regionalligisten HC Elbflorenz II, weiß natürlich genau, dass seine Mannschaft nur noch eine höchst theoretische Chance hat, den Tabellenführer NHV Concordia Delitzsch von der Spitze zu verdrängen und selbst Meister zu werden. „Unser Ziel ist natürlich, am Samstag in Delitzsch zu gewinnen“, sagt der Spanier, der vor knapp vier Jahren nach Dresden kam. Und dann muss der Sieg auch mit mindestens 14 Toren Unterschied ausfallen – „das ist schwer“, räumt Tajuelo ein, ohne die Flinte ins Korn zu werfen.
Aber: Der NHV sei der beste Klub der Liga und schon jetzt, drei Spieltage vor Schluss, „fast aufgestiegen“. Somit deutet alles darauf hin, dass die Gastgeber nach Abpfiff der Partie, die um 19 Uhr beginnt, Titelverteidigung und Aufrücken in die dritte Liga feiern können.
NHV will so dominant wie möglich auftreten
Die Ausgangslage ist eindeutig. Die Nordsachsen führen die Staffel mit 49:5 Punkten an und haben damit sechs Zähler mehr als das Perspektivteam des Zweitligisten. Theoretisch können die Concorden die restlichen drei Begegnungen verlieren, die Dresdner alle für sich entscheiden. Dann wären beide Vereine punktgleich. In solchen Fällen entscheidet der direkte Vergleich. Vorteil für den NHV: Er setzte sich im Duell Ende November in der Ballsportarena der Landeshauptstadt haushoch mit 39:26 durch.
Auch wenn so gut wie alles klar ist und das Duell den Charakter einer Formsache hat – NHV-Chefcoach Jan Jungandreas und seine Sportler freuen sich auf dieses Spitzenspiel des Ersten gegen den Zweiten. „Wir werden heiß sein und vor eigenem Publikum mit einem Sieg die Meisterschaft holen.“ Schließlich sei es der Anspruch des Kaders, immer zu gewinnen. „Wir wollen so dominant wie nur nirgend möglich auftreten.“
Wichtige Spieler bei Elbflorenz II zurück
Die Elbestädter dürften den Concorden alles abverlangen, denn sie kommen als bestes Rückrundenteam (22:4 Zähler) an den Lober. Da können die Gastgeber nun ausgleichen: Sie haben in der zweiten Saisonhälfte laut Jungandreas zwar „nicht ganz so überlegen wie in der Hinrunde“ agiert, aber dennoch 20:4 Punkte eingefahren. Die kurze Schwächephase mit Niederlagen in Pirna und gegen Halle wurde rasch überwunden.
Gleichwohl warnt der Übungsleiter davor, den Kontrahenten zu unterschätzen. Dresden sei eine eingespielte Mannschaft und besteche durch eine schnelle Gangart sowie eine offensiv ausgerichtete Deckung. Zudem werden mit Philip Kryszon und Eric Schmelzer wichtige Spieler in der Mehrzweckhalle wieder dabei sein. Sie hatten in Dresden gefehlt. Allerdings war damals mit Tom Hanner der beste NHV-Werfer auch nicht dabei.
Elbflorenz hat den drittbesten Angriff der Staffel und mit Henrique Bilhastre den dritten der Torjägerliste der Staffel in den Reihen. Der Portugiese ist bis jetzt auf 190 Treffer gekommen, überwindet die gegnerischen Torhüter also im Schnitt 7,04 Mal. Hanner liegt mit 163 Toren auf Rang neun, mit seinem Schnitt von 7,41 aber auf dem vierten Platz. Jungandreas setzt auch auf Jacob Griehl. Der 22-Jährige habe in der Rückrunde einen Sprung nach vorn gemacht. Das habe er sich hart erarbeitet. Beleg: Am vorigen Wochenende in Plauen überragte er und erzielte zehn Tore, so viele wie Hanner.
Auch wenn die Titelverteidigung so gut wie sicher ist, Meistertrophäe und Medaillen wird es noch nicht geben. Das ist, als reine Formsache, für das letzte Heimspiel am 9. Mai gegen den HSV Bad Blankenburg geplant.
Ulrich Milde / 24.04.2026 / Leipziger Volkszeitung
