Handball-Regionalligist NHV Concordia Delitzsch will gegen Halle zurück auf die Siegesstraße / Spätstarter Malte Wächter möchte fester Bestandteil des Kaders werden

Malte Wächter ist so etwas wie ein Spätstarter. „Ich habe erst in der zehnten Klasse mit Handball angefangen“, sagt der gebürtige Dresdner. Seiner Karriere hat das offenkundig nicht geschadet. Denn der 23-Jährige tritt zwar hauptsächlich für die in der Verbandsliga spielende zweite Mannschaft des NHV Concordia Delitzsch an. Doch er hat es in den Anschlusskader geschafft und in dieser Saison bereits sechs Partien für den amtierenden Regionalligameister bestritten, also zwei Staffeln höher. „Er will sich stets verbessern, sich weiterentwickeln“, lobt NHV-Chefcoach Jan Jungandreas seinen Sportler.

Der war auch am vergangenen Wochenende in Pirna dabei, als die Nordsachsen nach 14 Monaten mit dem 27:30 die erste Punktspielniederlage einstecken mussten. „Wir haben zu viele gute Chancen ausgelassen“, blickt Wächter zurück. Dabei sei das Team „motiviert und gut eingestellt gewesen“. Weshalb er vor der Partie an diesem Samstag Zuhause gegen den USV Halle (Anpfiff: 19 Uhr) Zuversicht verbreitet. Zwar wolle jeder den Spitzenreiter schlagen, „aber wenn wir von Anfang an Vollgas geben, dann werden wir gewinnen“.

Mit einer gewissen Besorgnis hat Jungandreas festgestellt, dass seinem Kader in den vergangenen Begegnungen in Köthen, gegen Wittenberg und in Pirna „ein bisschen die Leichtigkeit gefehlt“ habe. „Uns ist zuletzt auf die Füße gefallen, dass wir zu viele hundertprozentige Torgelegenheiten nicht genutzt haben“, so der Trainer. Aber „wir sind als Mannschaft gefestigt genug“. Er kündigt an, dass gegen die Saalestädter der Hebel wieder umgelegt werden soll. Es fehlen sieben Punkte zu Titelverteidigung und Aufstieg, nach dem Duell sollen es nur noch fünf Zähler sein. „Natürlich wollen wir gewinnen.“ Schließlich könnten die Concorden sich nicht erneut darauf verlassen, dass, wie am vorigen Wochenende, der Zweitplatzierte HC Elbflorenz II eine Pleite eingefahren hat, so dass der Vorsprung unverändert groß geblieben ist.

Wächter profitierte in Pirna vom Ausfall von Niklas Seifert. Der Kreisläufer hatte sich vor Kurzem einen Mittelfußbruch zugezogen und dürfte in dieser Saison kaum noch auflaufen. Damit ist Wächter, der in Leipzig Sport und Englisch für das Lehramt studiert, eine Stelle aufgerückt und am Kreis hinter Thomas Oehlrich und Boris Teichert derzeit die Nummer drei. Wobei noch nicht sicher ist, dass Wächter gegen Halle tatsächlich nominiert wird. Schließlich ist sein Haupteinsatzgebiet (noch) die Zweite. Und da darf er nicht zu häufig zwischen den beiden Mannschaften hin- und herwechseln. Die Entscheidung fällt kurzfristig.

Wächter hielt sich von 2022 und 2023 in Australien auf. „Drei Monate im Ausland sind im Studium vorgeschrieben“. Bei ihm wurde es mit einem Jahr deutlich mehr, weil ihm Kontinent und Leute „super gut gefallen“ haben, „es ist dort wunderschön“. Down Under absolvierte er ein Praktikum an einer Grundschule, bereiste mit mehreren Kumpels und in einem gemieteten Van aber auch das Land. Er jobbte als Barkeeper und Kellner und war mit seiner Gastfamilie einen Monat lang auf den Fiji-Inseln.

Kam er als Rückraumspieler nach Delitzsch, so wurde er, ähnlich wie Boris Teichert, zum Kreisläufer umgeschult. „Er nimmt diese Position gut an“, berichtet Jungandreas. Wächter fühlt sich da offenkundig wohl und versucht, sich in jedem Training für das Top-Team anzubieten. „Ich möchte schon ein fester Bestandteil werden.“ Und nach dem Aufstieg in die dritte Liga, der nach einem Erfolg über Halle immer näher rückt, will er auch dort mitmischen: „Ganz klar.“

Text Ulrich Milde / 14.03.2026 / Leipziger Volkszeitung