Boris Teichert möchte am liebsten beim NHV Concordia Delitzsch bleiben – Gespräche über eine Vertragsverlängerung gab es jedoch noch nicht. Am Samstag steht für den Handball-Regionalligisten und Kreisläufer erstmal das Heimspiel gegen Wittenberg an.


 
Boris Teichert hat ehrgeizige Ziele. „Es ist mein Traum, in der dritten Liga zu spielen“, erzählt der Kreisläufer des Handball-Regionalligisten NHV Concordia Delitzsch. Prinzipiell stehen die Chancen dafür auch gut, denn die Nordsachsen führen die Tabelle souverän mit 41:1 Punkten an. Ärgster Verfolger ist der HC Elbflorenz II mit 33:9 Zählern. Der Aufstieg winkt also.

Teicherts Vertrag läuft Ende der Saison aus. „Ich möchte bleiben“, sagt der 26-Jährige. Doch bis jetzt habe niemand vom Verein mit ihm über eine Verlängerung gesprochen. „Stimmt“, antwortet Team-Manager Martin Müller auf eine Anfrage der LVZ, um im nächsten Atemzug anzukündigen: „Es wird bald Gespräche geben.“ Bislang habe ihm die Zeit dafür gefehlt, begründet er die Hängepartie. Ziel sei, den Zwei-Meter-Hünen im Kader zu halten. „Ich bin optimistisch, dass wir uns schnell einigen werden“, sagt Müller.
 
Das dürfte dem Spieler zusätzliche Motivation für die Heimbegegnung an diesem Samstag geben. Der amtierende Meister empfängt den SV Grün-Weiß Wittenberg. Der Anpfiff erfolgt um 19 Uhr. Die Gäste befinden sich auf Rang 14, kämpfen um den Klassenerhalt. „Wir müssen von Anfang an konzentriert sein“, mahnt Teichert und erinnert an das Hinrundenduell. Da setzte sich der NHV zwar mit 33:27 durch, „aber wir haben uns gerade in der ersten Halbzeit im Angriff sehr schwergetan, da sind uns zu viele Fehler unterlaufen“. Die Grün-Weißen lagen zum Seitenwechsel mit 12:10 in Front.

„Wir sollten gewarnt sein“, meint denn auch Concorden-Cheftrainer Jan Jungandreas. „Wir müssen den Gegner zu einhundert Prozent ernst nehmen und dürfen ihn nicht ins Spiel kommen lassen.“ Sprich: „Wir brauchen von Anfang an die richtige Einstellung.“ Die hatte sein Kader zwar am vergangenen Spieltag beim 32:31-Erfolg in Köthen. Doch was nach anfänglicher 8:2-Führung wie ein klarer doppelter Punktgewinn aussah, entwickelte sich zu einem Krimi mit dem glücklicheren Ende für Delitzsch, der Klub ließ im Spielverlauf deutlich nach. Der Übungsleiter geht davon aus, dass das Team aus dieser Erfahrung gelernt habe. „Positiv ist, dass wir die Partie letztlich doch noch gezogen haben.“

Teichert war krankheitsbedingt in Köthen nicht dabei. „Er hat er uns gefehlt“, sagt Jungandreas. Schließlich habe der Lehramtsstudent (Sport, Physik) in der Loberstadt eine „echt gute Entwicklung“ genommen und zu den etablierten Kreisläufern Thomas Oehlrich und Niklas Seifert aufgeschlossen. „Auf dieser Position haben wir mittlerweile ein Top-Trio.“ Allerdings nicht gegen Wittenberg: Seifert zog sich im Training eine Fußverletzung zu und fällt vorerst aus. Zudem hat Teichert sich laut seinem Trainer „über seine starke Abwehrleistung“ auch im Angriff deutlich gesteigert. „Dort ist das Verständnis vor allem mit Max Amtsberg und Niklas Prautzsch inzwischen sehr groß“, ergänzt der Gelobte, der inzwischen auch dem Mannschaftsrat angehört.

Dabei hat Teichert, der in Lauchhammer geboren wurde und mit sieben Jahren anfing, Handball zu spielen, beim NHV eine Umschulung hinter sich. Früher wurde er im linken Rückraum eingesetzt, doch Jungandreas sah in ihm größeres Potenzial am Kreis. „Inzwischen finde ich das super“, sagt Teichert. Er stellt offensiv viele Sperren für seine Mitspieler und holt immer wieder Strafwürfe heraus.
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Teichert („ich bin zuversichtlich, dass ich beim NHV bleibe“) geht zwar davon aus, dass gerade der Anfang in der dritten Liga schwierig sein werde, denn „wir müssen uns erst akklimatisieren“. Doch generell „bin ich davon überzeugt, dass wir die Klasse halten werden“.

Text: Ulrich Milde / 27.02.2026 / Leipziger Volkszeitung
Foto: Jörg Weichelt