„Riesenschritt“ Richtung Aufstieg: Der NHV Concordia Delitzsch hat am Samstag den nächsten Erfolg eingefahren und den SV Anhalt Bernburg deutlich mit 40:32 geschlagen. Doch keiner nimmt das restliche Saisonprogramm auf die leichte Schulter.

Wem zu früh gratuliert wird, der hat kein Glück. Das besagt eine alte Weisheit. Kein Wunder daher, dass Max Amtsberg die Gratulationen abwehrte. „Nein, wir sind noch nicht durch“, sagte der Mannschaftskapitän des NHV Concordia Delitzsch. „Ich nehme Glückwünsche erst an, wenn es so weit ist“, formulierte es Trainer Jan Jungandreas. Zuvor hatte der Handball-Regionalligist im Spitzenspiel am Samstag den SV Anhalt Bernburg mit 40:32 deutlich in die Schranken verwiesen.
Was Dan Muurholm Jurgensen dazu veranlasste, dem NHV zu Titel und Aufstieg in die dritte Liga zu beglückwünschen: „Das ist durch“, meinte der Gäste-Coach. Sein Kapitän Nico Richter sah das ähnlich. Wenn nichts Außergewöhnliches passiere, „ist die Meisterschaft für Delitzsch entschieden“. Jungandreas sei es in den vergangenen Jahren gelungen, „ein tolles Team aufzubauen“, lobte Muurholm Jurgensen. Das, wenn es zusammenbleibe, „sich in der dritten Liga nicht verstecken muss“, urteilte Richter. Der NHV lege „ein unglaubliches Tempo“ an den Tag, lobte der Rechtsaußen (28), der mit 17 Jahren für den SV Magdeburg sein erstes Bundesligaspiel bestritten hatte.
Nach dem Erfolg in dieser Top-Partie weisen die Concorden 37:1 Punkte auf und rangieren unangefochten auf Platz eins. Der Drittligaabsteiger aus dem Salzlandkreis fiel mit seinem neu formierten Kader mit 27:11 Zählern vom zweiten auf den dritten Rang zurück. Härtester Verfolger der Nordsachsen ist nun die Reserve des Zweitbundesligisten HC Elbflorenz (29:9).
Dabei begannen die Gäste im Duell mit dem amtierenden Meister stark, warteten mit hoher Geschwindigkeit auf, waren offensiv kaum zu stoppen und warfen sich bis zur zehnten Minute mit dem 8:6 einen kleinen Vorsprung heraus. „Da hatte unsere Abwehr noch nicht den richtigen Zugriff“, begründete das der überzeugende Torwart Denny Alpers. „Wir wussten, dass es heute schwer wird“, ergänzte Spielmacher Niklas Prautzsch, der unermüdlich die Offensive des Heimvereins antrieb, vier Treffer erzielte und vom Fanclub Loberhaie zum Spieler des Abends gekürt wurde.
Doch mit breiter Brust gelang den Nordsachsen in der 13. Minute durch Prautzsch beim 9:8 die erste Führung. Mit einem rasanten Endspurt im ersten Abschnitt zog der NHV zum Seitenwechsel auf 22:16 davon. In der zweiten Halbzeit „sind wir cool geblieben“, freute sich Jungandreas. Mit einer „tollen Mannschaftsleistung“ wurde die Begegnung souverän entschieden. Richter, mit acht Treffern erfolgreichster Schütze des SV, sprach denn auch von einer „völlig verdienten Niederlage“. Vier Punkte gegen den Klub, der jahrelang in der dritten Liga sein sportliches Zuhause hatte, „das ist schon klasse“, freute sich Amtsberg.
„Die Saison ist noch lang“, sagte Alpers mit Blick auf die kommenden elf Partien gegen schwere Gegner wie Burgenland, Köthen, Pirna und Halle. „Da müssen wir konzentriert bleiben“, forderte der Schlussmann trotz des laut Amtsberg „guten Vorsprungs“. Seine Spieler würden auch weiterhin „mit der gleichen Galligkeit und dem gleichen Willen“ in diese Auseinandersetzungen gehen, versprach Jungandreas. Gleichwohl habe der NHV auf dem Weg zu Titelverteidigung und Aufstieg „einen Riesenschritt“ zurückgelegt – mit Können, nicht im Glück.
NHV: Neuhäuser, Alpers; Seifert (3), Amtsberg (8), Prautzsch (4), Eckart (8), Bielicki (1), Birke, Schmidt, Oehlrich (2), Griehl (2), Hanner (5), Reinhardt (5), Teichert (2).
Ulrich Milde/ 02.02.2026 / Leipziger Volkszeitung
