Mittwoch, Freitag, Samstag: Nach dem Test gegen Bundesligist SC DHfK ist der NHV Concordia Delitzsch zweimal hintereinander in der Liga gefordert. Wie die Sportler mit dieser heftigen Belastung beim Kampf um den Drittliga-Aufstieg umgehen.

Auf den ersten Blick war das Fazit ungewöhnlich. Da hatte der NHV Concordia Delitzsch mit 27:52 verloren. Dennoch sagte Routinier Georg Eulitz nach dem Schlusspfiff: „Es war schön.“ Die Partie habe allen Spielern der Nordsachsen „große Freude“ bereitet. Des Rätsels Lösung: Der Handball-Regionalligist unterlag Mittwochabend in einem Freundschaftsspiel dem SC DHfK Leipzig. „Es ist schon etwas Besonderes, gegen einen Erstbundesligisten anzutreten“, sagte Eulitz. Die Leipziger sind zwar derzeit Tabellenletzter und bangen um den Klassenerhalt, zeigten aber erwartungsgemäß den Unterschied zwischen Profis und Amateuren auf.
„Der NHV hat gerade am Anfang aggressiv in der Abwehr gespielt“, lobte DHfK-Manager Karsten Günther den Gastgeber. Der erzielten Tore seien ein Beleg „für die große Spielfreude“ der Concorden. Obendrauf kam: NHV-Trainer Jan Jungandreas wechselte viel durch, ließ alle Stammspieler im Sinne der Belastungssteuerung längere Zeit pausieren. Darunter auch Max Amtsberg. Der Rückraumschütze brillierte mit zehn Treffern und zeigte sich in guter Form vor den aktuell anstehenden Aufgaben. Denn an diesem Freitag treten die Concorden beim Tabellenfünften Rot-Weiß Staßfurt an, um am Samstag, exakt 24 Stunden später, den ThSV Eisenach II zu empfangen. Der Anpfiff wird um 19 Uhr erfolgen.
„Wir haben einen breiten Kader und können aus dem Vollen schöpfen“, bewertete Jungandreas dieses hammerharte Programm. „Die Jungs sind fit“, sekundierte Teammanager Martin Müller. „Wir werden in beiden Begegnungen alles auf die Platte bringen“, versprach Eulitz. Speziell Staßfurt sei ein schwerer Gegner, „da können wir nicht taktisch auftreten“. Was sein Trainer ähnlich beurteilte.
Die Rot-Weißen hätten „eine hohe Qualität, ich erwarte ein spannendes Spitzenspiel“. Zudem komme eine „gewisse Brisanz“ hinein, meinte Jungandreas. Schließlich hatte der Verein aus Sachsen-Anhalt zu Saisonbeginn beim 29:29 den Concorden den bislang einzigen Punkt in dieser Saison abgeknöpft.
Um das alles zu meistern, hatte der Chefcoach das Trainingsprogramm umgestellt. So wurde am sonst freien Montag geübt, der Dienstag war frei, am Donnerstag stand in erster Linie die taktische Vorbereitung auf dem Programm.
Gegen das Schlusslicht Eisenach komme es darauf an, von Anfang an die richtige Einstellung zu finden. „Wir dürfen den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen“, so Jungandreas. Schließlich wolle der NHV den Meistertitel verteidigen, um in die dritte Liga aufzusteigen. Diese Zusage des Vorstandes „gibt schon zusätzliche Motivation“.
Günther ergänzte, er drücke die Daumen, dass die Concorden dieses große Ziel erreichen. „Es ist eine gute Mannschaft.“ Ob die im Falle eines Aufrückens durch Akteure des DHfK-Anschlusskaders verstärkt wird, ließ der 44-Jährige offen.
Die Partie gegen den SC DHfK war ein Dankeschön der Leipziger. Im September hatten die Concorden Kreisläufer-Legende Thomas Oehlrich, 41, für ein Spiel nach Leipzig ausgeliehen, da dort große Personalnot herrschte.
Nordsachsens Landrat Kai Emanuel nutzte die Kulisse, um Ralf Krippner für sein Lebenswerk als Unternehmer zu ehren.
Diese Auszeichnung wird von der Sparkasse, der Universität, der Stadt Leipzig sowie den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen jährlich verliehen. Krippner war Anfang der 2000er-Jahre kurze Zeit Präsident des Vorgängervereins Concordia Delitzsch und rief das Unternehmen ProSoft ins Leben. Der IT-Dienstleister gehört zu den NHV-Sponsoren.
Emanuel freute sich, „wieder einmal eine volle Halle zu sehen“. 662 Zuschauer hatten ihren Eintritt berappt. Das waren immerhin vier mehr als am 17. Mai 2025, als das letzte Saisonspiel gegen die HG Köthen mit Meisterfeier auf dem Programm stand. Allerdings waren damals deutlich mehr Gäste in der Halle, geschätzte 750. Bei Punktspielen haben Vereinsmitglieder freien Eintritt. Zu früheren Zweitligazeiten kamen regelmäßig 1000 Besucher.
Text: Ulrich Milde / 23.01.2026 / Leipziger Volkszeitung
Foto: Jörg Weichelt
