Jason-Luca Richter pendelt zwischen der ersten und zweiten Mannschaft des NHV Concordia Delitzsch. Beide Teams sind aktuell sehrt erfolgreich in ihren Klassements unterwegs. Dies könnte dem 23-Jährige am Ende der Saison zwei Goldmedaillen einbringen.

 
„Zwei Goldmedaillen sind drin“, sagt der Spieler des NHV Concordia Delitzsch. Der 23-Jährige pendelt zwischen der ersten Mannschaft, die in der Regionalliga die Tabelle anführt, und dem zweiten Team, das in der Verbandsliga Spitzenreiter ist. Die Meister werden immer mit Goldmedaillen ausgezeichnet.
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Richter ist so etwas wie ein Pendler zwischen den beiden Kadern, ein Doppelspieler. Bei der Zweiten, seinem Haupteinsatzgebiet, organisiert er von der Mittelposition des Rückraumes aus das Angriffsgeschehen und erweist sich zudem als torgefährlich. 44 Treffer in acht Begegnungen bedeuten den beachtlichen Rang sechs in der Torschützenliste der Staffel. Von zehn Strafwürfen verwandelte er neun.

Wenn der Richter an diesem Samstag in eigener Halle für die Erste gegen Einheit Plauen aufläuft (Anpfiff: 19 Uhr), dann können die Delitzscher Fans ihn auf Linksaußen entdecken. Hintergrund ist, dass Vincent Viehweger nach wie vor verletzt ist und somit auf dieser Position eine Lücke besteht. „Richter hat mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht“, begründet NHV-Chefcoach Jan Jungandreas dessen wiederholte Nominierung. Er habe sich „schnell reingefuchst“ in die Mannschaft, haue sich voll rein und verfüge auch über Defensivqualitäten. Prinzipiell, so der Übungsleiter, sehe er Richter, der vor zwei Jahren von LVB Leipzig zu den Concorden kam, aber eher als Spielmacher.
Das Talent wurde in Weimar geboren wurde und kam dort mit sechs Jahren zum Handball. Nach eigenem Bekunden beim NHV gut eingelebt. „Ich fühle mich hier wohl.“ Mittelfristig möchte er den kompletten Sprung in die erste Mannschaft schaffen. „Dafür werde ich alles geben.“ Wobei in der höheren Staffel deutlich mehr an Robustheit verlangt wird. „Da wird ganz anders, noch entschlossener zugepackt“ als zwei Ligen darunter. Richter gehört zu der Garde junger Sportler, die von Jungandreas, einem Trainer, der seine Spieler besser macht, nach und nach auf höhere Aufgaben vorbereitet werden.
Gegner Plauen ist eine Wundertüte
Seine Wochen sind gut ausgefüllt. Neben dem Training und den Spielen, arbeitet Richter in einem Steuerberatungsbüro in Grimma und studiert berufsbegleitend an der Dualen Hochschule jetzt im dritten Semester Betriebswirtschaftslehre, Steuern und Wirtschaftsprüfung. Sein Ziel ist, später ins Management eines Unternehmens aufzusteigen.

Der Gegner Einheit Plauen ist nach seiner Einschätzung eine Wundertüte. Die Vogtländer liegen mit 8:14 Punkten auf dem elften Rang, haben aber kürzlich den Vizemeister HSV Bad Blankenburg mit auswärts mit 30:26 geschlagen, um zuvor beim Tabellennachbarn aus Glauchau mit 29:30 zu unterliegen. „Wir dürfen den Gast nicht unterschätzen“, warnt Richter. Ziel müsse sein, der Begegnung „unseren Stempel aufzudrücken“. Jungandreas sieht das ähnlich, fordert also maximale Konzentration. „Aber wenn wir an unser Leistungsvermögen herankommen, geht das gut für uns aus.“ Schließlich will der Meister den Titel verteidigen. Es lockt die Goldmedaille.

Ulrich Milde /21.11.2025 / Leipziger Volkszeitung