Georg Eulitz feierte gegen Aufsteiger Freiberg nach langer Verletzungspause sein Comeback beim NHV Concordia Delitzsch und einen starken 35:27-Erfolg. In der Bergbaustadt ist der 37-Jährige kein Unbekannter: Sein Vater prägte den dortigen DDR-Handball.
 

In Freiberger Handballkreisen Georg Eulitz vorstellen zu wollen, ist so wie Eulen nach Athen zu tragen. „Na klar kennen wir ihn und seinen Vater, denn der war früher bei uns eine große Nummer“, erzählte am Samstag ein Zuschauer der Regionalliga-Partie zwischen der HSG Freiberg und dem NHV Concordia Delitzsch. „Mein Vater Bernd hat jahrelang in der DDR-Oberliga für Freiberg gespielt“, bestätigte Sohn Georg, der dort geboren wurde und seit fünf Jahren für die Nordsachsen aufläuft. Es sei immer wieder schön, in die Stadt, deren Geschichte eng mit dem Bergbau verknüpft ist, zurückzukehren. Vor allem, wenn ein Sieg eingefahren wird.

Und das gelang den Georg Eulitz & Co. Der NHV gewann beim Aufsteiger souverän mit 35:27 und führt die Tabelle mit 21:1 Punkten an. Zweiter ist der HC Elbflorenz II, der gegen den HSV Bad Blankenburg nur Unentschieden spielte (32:32) und nun zwei Zähler Rückstand hat.

Noch mehr freute sich Eulitz, dass er nach längerer Verletzung in dieser Saison erstmals auf dem Parkett zum Einsatz kam. Zwar stand er bei zwei Begegnungen schon im Kader, wurde aber geschont. „Wir wollen den Eule sehen“, hatten die Delitzscher Fans Ende Oktober in der Partie gegen die SG Pirna/Heidenau skandiert. „Das habe ich gehört und es hat mich natürlich gefreut“, berichtete der Routinier. Aber damals wäre er nur im Notfall eingesprungen. Und der trat nicht ein.
Trotz seiner 37 Jahre ist Eulitz immer noch genauso ehrgeizig wie als junger Spieler, der früher unter anderem für den SC DHfK Leipzig und den EHV Aue auflief. Doch die Mannschaft stellt er über alles, sie gehe vor. „Wenn Trainer Jan Jungandreas mich braucht, bin ich gerne dabei“, sagt der Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte. So wie in Freiberg, wo er in der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs aufs Parkett der 1973 eingeweihten Ernst-Grube-Halle kam, die mit 630 Zuschauern ausverkauft war. Eulitz erzielte zwar keinen Treffer, setzte aber wiederholt Rechtsaußen Dominik Eckart in Szene, so dass der mehrmals zum Torwurf ansetzen konnte. Und bei einer Unterzahl im zweiten Abschnitt wurde Eulitz auf das Feld geschickt, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Was dem Routinier selbstredend gelang.
 
Den Erfolg in Freiberg kommentierte Eulitz, den sein Coach in Sachen Einstellung als „absolutes Vorbild“ lobte, als verdient. Das sah Boris Teichert ähnlich. Zwar habe der NHV einige technische Fehler gemacht, „aber wir sind die ganze Zeit ruhig geblieben“, meinte der Kreisläufer, der die aus beruflichen Gründen abwesende Delitzscher Handball-Legende Thomas Oehlrich bestens vertrat. Tatsächlich erwischten die Gäste einen Blitzstart, führten rasch mit 3:0 und bauten den Vorsprung zum Seitenwechsel auf 18:13 aus. Danach wurde der Vorsprung souverän verwaltet. „Das war ein überzeugender Auftritt von uns“, sagte Jungandreas. Sein Freiberger Gegenüber Uwe Lange sprach ebenfalls von einem „verdienten Sieg“ der Concorden.
Delitzsch ist nach Einschätzung von Eulitz auf bestem Weg, die Meisterschaft zu verteidigen. „Wir sind heiß, brennen und haben die Gier zu gewinnen.“ Die große Stärke sei der Teamgeist. Kurzum: „Es macht viel Spaß, dabei zu sein.“

NHV: Neuhäuser, Alpers, Eulitz, Seifert (3), Amtsberg (6/1), Prautzsch, Eckart (8), Bielicki (3), Birke (3), Schmidt (1), Griehl (3), Hanner (6), Reinhardt, Raab, Teichert (1), Wächter (1)

Ulrich Milde / 17.11.2025 / Leipziger Volkszeitung