Der NHV Concordia Delitzsch gewinnt das Duell mit dem SV Anhalt Bernburg 44:38, erobert Tabellenplatz zwei in der Handball-Regionalliga. Bei den Hausherren gibt es ein Wiedersehen.


 
Schulen und Unternehmen veranstalten gelegentlich Tage der offenen Tür. Ziel ist es, Aufmerksamkeit zu erzielen im Kampf um Schüler oder Auszubildende. Das Spitzenspiel der Handball-Regionalliga zwischen dem SV Anhalt Bernburg und dem NHV Concordia Delitzsch entwickelte sich am Samstag zu einem „Tag der offenen Tore“. Die 358 Zuschauerinnen und Zuschauer wurden mit 82 Treffern für ihr Kommen belohnt, also knapp 1,4 Treffer pro Minute. Der Löwenanteil entfiel auf die Delitzscher, die beim Absteiger aus der dritten Liga mit 44:38 die Oberhand behielten. Damit kletterte der amtierende Meister mit 7:1 Punkten auf den zweiten Platz hinter dem HC Elbflorenz II (8:0). Die Anhalter stürzten von der Tabellenführung auf Rang fünf (6:2).

„Das sind schon extrem viele Tore“, kommentierte NHV-Oldie Benedikt Schmidt. Torjäger Tom Hanner sprach von einer „guten Angriffseffektivität“ – auf beiden Seiten. „Eigentlich muss man mit 38 Toren gewinnen“, schüttelte SV-Spielmacher Christian Froschauer (mit elf Treffern bester Schütze seines Teams) den Kopf, bekräftigte aber das Ziel, den Wiederaufstieg zu schaffen. „Daran arbeiten wir hart.“ Die Abwehr sei „nicht stabil genug“ gewesen, ergänzte Bernburgs Trainer Dan Muurholm Jurgensen und strich den starken Concorden-Keeper Max Neuhäuser für dessen „saubere Arbeit“ heraus.
 
NHV-Coach reaktiviert Benedikt Schmidt
Schmidt und NHV-Chefcoach Jan Jungandreas lobten die „tolle Stimmung“ in der Halle, sie habe Spaß gemacht.

Dabei hätte Schmidt sie normalerweise nicht auf dem Parkett erlebt. Denn der 34-Jährige hatte nach Ablauf der Saison 2023/24 seine Karriere eigentlich beendet, um künftig als Athletik-Trainer die Nordsachsen zu unterstützen. „Aber es war von vornherein abgesprochen, dass ich in Notfällen zur Verfügung stehe“, berichtete er. So war er in der neuen Spielzeit in allen bisherigen Begegnungen dabei.
Der Grund: Linksaußen Vincent Viehweger fehlt wegen einer Fußverletzung noch einige Zeit lang. Trainer Jungandreas entschied daher, Rechtsaußen Niclas Reinhardt auf die andere Seite zu beordern und Schmidt zu reaktivieren. „Es macht Spaß“, sagte Schmidt, der zwischen zehn und zwanzig Minuten pro Partie eingesetzt wird – „mehr als ich erwartet habe“. Er sorgt somit dafür, dass Dominik Eckart seine Pausen erhält, um durchzuschnaufen. Der 23-Jährige ist ein würdiger Nachfolger von Schmidt. „In den letzten drei Begegnungen hat er eine Wurfquote von 100 Prozent erreicht“, sagte Schmidt. „Ich habe das Vertrauen des Trainers“, begründete Eckart, der in der Torschützenliste der Liga auf Rang drei liegt.

In der ersten Halbzeit begann der NHV gut, lag rasch mit 4:1 vorne. Anhalt konterte mit schnellen Angriffen und schien beim Stand von 14:11 in der 18. Minute auf der Gewinnerstraße zu sein. Doch die Gäste konterten bis zum Seitenwechsel mit einem 10:2-Lauf und lagen mit 21:16 in Führung. „Im zweiten Abschnitt haben wir das souverän heruntergespielt“, sagte Schmidt, während Eckart von einem „verdienten Erfolg“ sprach. „Wenn wir ins Tempospiel kommen, sind wir sehr schwer zu schlagen“, resümierte Jungandreas zufrieden.


Das soll auch am kommenden Samstag praktiziert werden. Dann tritt der Titelverteidiger beim HC Aschersleben an – mit Benedikt Schmidt.

NHV Delitzsch: Neuhäuser, Alpers; Seifert (3), Amtsberg (2), Prautzsch (2), Eckart (10), Bielicki (2), Birke (5), Schmidt, Oehlrich (1), Griehl (3) Hanner (12), Reinhardt (4), Teichert.
Ulrich Milde / 29.09.2025 / Leipziger Volkszeitung