Sollte der NHV Delitzsch den Sprung in die dritte Liga schaffen, wird auch Tom Hanner mit an Bord sein – er hat seinen Vertrag verlängert. Am Samstag kann der nächste Schritt Richtung Aufstieg gemacht werden, wenn die Concorden den HC Aschersleben empfangen.

 
Ursprünglich wollte Tom Hanner nicht mehr in der dritten Liga antreten. Die Fahrten sind deutlich weiter als in der Regionalliga, der Zeitaufwand ist also erheblich höher. Doch der 33-Jährige hat seinen Vertrag beim NHV Concordia Delitzsch verlängert – wohl wissend, dass die Handballer aus Nordsachsen nicht nur beste, sondern allerbeste Chancen haben, in die höhere Staffel aufzusteigen. Vorausgesetzt, die Heimpartie gegen den HC Aschersleben an diesem Samstag (Anpfiff: 19 Uhr) wird gewonnen.

„Es macht mit der Mannschaft und unserem Trainer Jan Jungandreas viel Spaß“, begründet der Torjäger aus dem Rückraum seinen Sinneswandel. Dabei hat der gebürtige Leipziger, der unter anderem für den Zweitbundesligisten Dessau-Roßlauer HV auflief, mit dem HC Burgenland bereits intensive Erfahrungen in der Drittklassigkeit gemacht. „Ich glaube, wir können dort schon eine Rolle spielen und sind nicht chancenlos“, meint er. Allerdings komme auf das Team „viel Arbeit zu“.

Jungandreas ist natürlich erfreut, dass der aktuell hinter Rechtsaußen Dominik Eckart (120 Treffer) zweitbeste Delitzscher Torschütze (108) dem Klub erhalten bleibt. Das sei ein Zeichen, dass er sich in der Loberstadt wohlfühle. „Er ist ein wahnsinnig wichtiger Bestandteil“, lobt der Übungsleiter. Nicht nur wegen der Würfe, die Hanner in die gegnerischen Gehäuse hämmert, sondern auch, weil er in der Abwehr ebenfalls eine hohe Qualität aufweist. So sei er „einer der besten Halbrechten der Liga“ und warte mit einer hohen Konstanz auf. Zudem habe der 1,85 Meter große Sportler „seine Führungsrolle angenommen und zeigt dies in den Spielen wie im Training“. Der Linkshänder, der vor anderthalb Jahren aus Halle zum NHV gewechselt war, hat übrigens vor vielen Jahren „wenige Monate lang“ mit seinem heutigen Trainer in Leipzig in einer Handball-WG gewohnt.

Die Aufstiegs-Aussichten für den amtierenden Meister könnten kaum besser sein. 37:1 Punkte stehen auf dem Konto, drei mehr als vor einem Jahr. Der ärgste Verfolger, der HC Elbflorenz II, folgt mit 29:9 Zählern mit weitem Abstand. Zudem werden die Duelle jetzt meist deutlicher gewonnen als in der vergangenen Spielzeit. Nach Einschätzung von Hanner sind nicht die Gegner schwächer geworden, sondern die Concorden stärker. „Wir sind noch eingespielter“, begründet er. Gleichwohl sei die Titelverteidigung kein Selbstläufer. Aber „wenn wir so weitermachen wie bisher, sollte es klappen“. Sein Coach fordert denn auch „die gleiche Galligkeit und den gleichen Willen“ wie in den absolvierten Begegnungen ein.

Was sich gegen Aschersleben zeigen wird. Der Gegner spielte vor gut 15 Jahren eine Saison in der zweiten Bundesliga und war danach Drittligist. Der HCA gehört seit 2014 zur Stammbelegschaft der Regionalliga, kämpft aktuell aber als Vorletzter (8:28 Punkte) gegen den Abstieg. „Wir dürfen nicht leichtsinnig werden“, warnt Jungandreas. Aschersleben brauche jeden Punkt, erwartet er einen harten Kampf. Es handele sich „um einen unangenehmen Gegner“, urteilt Hanner, der in der Hinrunde beim 35:22-Erfolg mit zehn Treffern erfolgreichster Delitzscher war.
 
Prominentester Akteur der Gäste ist Andreas Rojewski, ein ehemaliger deutscher und polnischer Nationalspieler, der unter anderem das Trikot des SC Magdeburg und des SC DHfK Leipzig trug. Trotz seiner 40 Jahre ist er mit einem Schnitt von knapp fünf Toren pro Begegnung immer noch ein gefährlicher Schütze. Aber da muss sich Hanner nicht verstecken. Er überwindet die Torhüter im Durchschnitt gut sieben Mal.

Ulrich Milde / 06.02.2026 / Leipziger Volkszeitung