Handball-Regionalligist NHV Concordia Delitzsch erwartet am Samstag zum Spitzenspiel den SV Anhalt Bernburg. Die Mannschaft von Trainer Jan Jungandreas geht selbstbewusst in die Partie.

 
Spannung ist angesagt. Da tritt der Zweite der Handball-Regionalliga, der SV Anhalt Bernburg, am Samstag zum Spitzenspiel beim NHV Concordia Delitzsch an (Anpfiff: 19 Uhr). Und es dürfte wohl „die letzte Chance“ der Gäste sein, „ein bisschen heranzukommen“. So schätzt zumindest NHV-Chefcoach Jan Jungandreas die Ausgangslage ein. „Wir müssen jetzt performen“, appelliert Anhalt-Trainer Dan Muurholm Jurgensen an seinen Kader. Er hat 27:9 Punkte und liegt damit weit hinter dem Tabellenführer aus Nordsachsen (35:1), der in dieser Saison überhaupt erst einen Zähler abgegeben hat.

„Das wird mit Sicherheit kein langweiliges Spiel“, erwartet der Bernburger Übungsleiter, der zu Beginn der Spielzeit den Drittligaabsteiger übernommen und mit vielen jungen Sportlern ein zum großen Teil neues Team aufgebaut hat. Im Gegensatz dazu verfüge der NHV über eine gute, eingespielte und stabile Mannschaft. Doch auch der SV weise „jede Menge individuelle Qualität“ auf, kontert Jungandreas.
 
„Bernburg hat gemerkt, dass die Regionalliga ein heißes Pflaster ist, es gibt keine einfachen Spiele“, meint dazu Concordia-Keeper Max Neuhäuser. Auf den Schlussmann dürfte eine Schlüsselrolle zukommen, denn der Verein aus dem Salzlandkreis verfügt mit 594 Treffern über den torgefährlichsten Angriff. Auf Rang zwei folgen die Delitzscher. Für sie sind 594 Einschläge in den gegnerischen Gehäusen vermerkt. Allerdings wurden die 35 Tore beim Erfolg in Freiberg aberkannt. Der Heimklub hatte einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt, die Partie wurde mit 2:0 Punkten und 0:0 Treffern für den NHV gewertet. Eigentlich ist Delitzsch also offensiv die Nummer eins und hat obendrein die mit Abstand beste Abwehr der Staffel.

Letzteres liegt eben auch an Neuhäuser. „Er hat eine bärenstarke Hinrunde gespielt und ist einer der besten Hüter der Staffel“, lobt Jungandreas den 33-Jährigen, der mit Denny Alpers ein formidables Torwart-Duo bildet und dahinter Axel Ramos Schwirtz „mächtig Druck“ mache, so Neuhäuser. „Es läuft gut“, beschreibt er sein Leistungsvermögen. Da liege daran, dass das Eingespieltsein mit der eigenen Deckung von Jahr zu Jahr besser werde.
Er wirft vor der Top-Partie in die Waagschale, dass der NHV den Heimvorteil genieße und dank der lang anhaltenden Siegesserie – die letzte Niederlage in der Regionalliga datiert vom 10. Januar 2025 – viel Selbstbewusstsein habe. Neuhäuser setzt also auf die Karte Sieg, wie im Hinspiel. Da setzte sich der NHV in der bislang torreichsten Begegnung der Saison mit 44:38 durch. Ziel ist, frühzeitig in Sachen Meisterschaft alles klarzumachen, also den Samstag-Gegner in die Schranken zu weisen.

Keinen Bammel hat der gebürtige Freitaler vor dem winkenden Aufstieg vor der dritten Liga. Dort hatte er bereits für den HC Burgenland seine Einsätze: „Das war ein super Abenteuer.“ Für die Stadt Delitzsch und den Verein wäre das Aufrücken eine riesige Sache. Klar und gut sei, dass die Mannschaft im Wesentlichen zusammenbleibe. Und angesichts der vielen jungen Spieler „können wir weitere Entwicklungsschritte gehen“. Sprich: Die dritte Liga „wird für uns erfolgreich“. Doch zuvor muss Bernburg niedergerungen werden. „Wir können uns nur selber schlagen“, verbreitet der Torwart auch hier Optimismus.
LVZ