Die Handballer des NHV Concordia Delizsch steuern weiter unbeirrt Richtung 3. Liga. Auch zwei Partien innerhalb von nur 24 Stunden bringen die Nordsachsen nicht ins Wanken.

Dominik Eckart war zufrieden – und fertig. „Meine Beine wurden immer schwerer“, gestand der Rechtsaußen des NHV Concordia Delitzsch. Zuvor hatte der 23-Jährige am Samstagabend in der Partie gegen den ThSV Eisenach II mit 13 Treffern maßgeblich zum 47:25-Erfolg des Handballregionalligisten beigetragen. Am Abend zuvor hatte sich Eckart beim 31:26-Sieg im Nachholspiel bei Rot-Weiß Staßfurt vier Mal in die Torschützenliste eingetragen.
Das zeigt: Der Titelverteidiger hat diesen ultimativen Härtetest meisterlich bewältigt und führt die Tabelle mit 35:1 Punkten deutlich an. Offenkundig ist es Chefcoach Jan Jungandreas gelungen, die Belastung nahezu optimal zu steuern. Gerade gegen die Thüringer sprühten die Delitzscher vor Lust und Laune, legten ein hohes Tempo aufs Parkett, als hätte es das Duell bei den Rot-Weißen 24 Stunden zuvor nicht gegeben. „Wir wollten Vollgas geben und haben das auch getan“, kommentierte Jungandreas. „Unser Trainer hat darauf geachtet, dass alle Spieler zum Einsatz gekommen sind“, lobte Kreisläufer Niklas Seifert. Jungandreas nutzte die Breite des Kaders und setzte gegen Staßfurt Nachwuchsspieler Espen Raab ein, der prompt sein erstes Tor in dieser Staffel erzielte.
Gleichwohl sprach Seifert von einem „Kraftakt“, und auch Spielmacher Niklas Prautzsch blickte auf eine „harte Woche“ zurück. Schließlich stand für die Concorden am vergangenen Mittwoch noch die Freundschaftspartie gegen das Bundesligateam des SC DHfK Leipzig auf dem Programm, am Wochenende zuvor wurde der HC Glauchau/Meerane mit 30:20 geschlagen. Nach diesen vier Partien in acht Tagen müsse die Mannschaft sich jetzt ein wenig ausruhen, meinte Prautzsch. „Ich werden schauen, wie belastbar die Jungs im Training sind“, versprach Jungandreas und ergänzte, es habe ihn sehr gefreut, dass es keinen Einbruch gegeben habe.
Der Härtetest begann in Staßfurt. Delitzsch begann stark und warf sich rasch einen Fünf-Tore-Vorsprung heraus, um dann die Führung zu verwalten. Das sonst an den Tag gelegte hohe Tempo war nur phasenwiese zu sehen – immer dann, wenn der Gastgeber etwas herankam. Verlass war erneut auf die Abwehr. Sie ließ in der zweiten Hälfte lediglich zehn Gegentreffer zu. Jungandreas bemängelte allerdings die schlechte Chancenverwertung. „Das nervt mich ein bisschen. Die Concorden hätte schon in der vergangenen Spielzeit dominiert, „und jetzt dominieren sie noch mehr“, meinte Rot-Weiß-Trainer Tobias Ortmann.
NHV in Staßfurt: Neuhäuser; Eulitz (2), Seifert, Amtsberg (9), Prautzsch (1), Eckart (4), Bielicki (2), Schmidt (3), Oehlrich (1), Griehl (5), Reinhardt (3), Teichert (1).
Die Auseinandersetzung mit der Reserve des Bundesligisten aus Eisenach war schon kurz nach dem Anpfiff entschieden. In Minute 2:40 erhöhte Niklas Seifert auf 5:0. Zum Seitenwechsel führte der NHV bereits uneinholbar mit 24:9, um im zweiten Abschnitt weiter davonzuziehen. „Wir haben uns von Anfang an wenige Fehler erlaubt“, trotz der schweren Beine, freute sich Eckart.
NHV gegen Eisenach: Neuhäuser, Alpers, Ramos Schwirtz; Seifert (5), Amtsberg (2), Prautzsch, Eckart (13), Bielicki (4), Schmidt (3), Oehlrich (2), Griehl (6), Hanner (8), Reinhardt (2), Raab (1), Teichert (1).
Text: Ulrich Milde / 25.01.2026 / Leipziger Volkszeitung
