Oebisfeldes Trainer lobt den Handball-Regionalligisten NHV Concordia Delitzsch nach dessen deutlichem Sieg. Der Hinrundenmeister will sich noch weiterentwickeln.

Die Erwartungshaltung steigt mit dem Dauererfolg immer weiter. Da gewann der NHV Concordia Delitzsch in der Handball-Regionalliga gegen den SV Oebisfelde klar mit 41:29 und holte sich mit 29:1 Punkten ungeschlagen den Titel des Hinrundenmeisters. Dennoch hatte Trainer Jan Jungandreas am Samstag nach der Partie gegen den Gast aus dem Nordwesten von Sachsen-Anhalt Kritikpunkte gefunden. „Wir haben ein bisschen die Intensität vermissen lassen“, sagte er. Auch hätte er sich einige Gegentore weniger gewünscht.
Doch passend zur vorweihnachtlichen Stimmung hatte der Übungsleiter für sein Team unterm Strich ein dickes Lob parat. „2025 war ein tolles Jahr, ich bin ganz stolz auf mein Team.“ Tatsächlich haben die Concorden in diesem Kalenderjahr von 29 Begegnungen 27 gewonnen, eine Niederlage kassiert (in Köthen im Januar) und einmal ein Unentschieden erreicht (gegen Staßfurt im September). Eine starke Bilanz.
Das meinte auch Mannschaftskapitän Max Amtsberg. „Wir können im Großen und Ganzen zufrieden sein“, kommentierte der 26-Jährige. Es sei gelungen, viele Spiele zu dominieren. Es sei schön, die Halbzeitmeisterschaft errungen zu haben, ergänzte der Rechtsaußen Dominik Eckart, der als erfolgreichster Delitzscher mit 60 Treffern auf Rang neun der Torschützenliste der Liga rangiert.
Der Ausgang der Partie gegen den SV war eigentlich schon nach wenigen Minuten entschieden. Boris Teichert erzielte in der siebten Minute das 5:2, der Vorsprung wurde bis zum Seitenwechsel auf 21:13 ausgeweitet. Im zweiten Abschnitt „haben wir die Führung routiniert ausgebaut“, sagte Amtsberg und sprach von einem „verdienten Sieg“. Von Beginn an war der amtierende Titelträger souverän und überlegen, die 500 Zuschauer hatten den Eindruck, der Kader könne, wenn erforderlich, jederzeit einen Zahn zulegen.
Oebisfeldes Trainer Christian Herrmann sagte, wenn ihm am Vormittag jemand vorgeschlagen hätte, sein Klub verliere nur mit zwölf Toren Unterschied, „hätte ich das sofort unterschrieben“. Schließlich seien mehrere Stammspieler verletzt und erkrankt ausgefallen. Dafür habe der Angriff oftmals „sehr gute Lösungen“ gefunden.
Großen Respekt zollte Herrmann dem Kontrahenten. „Delitzsch gehört nicht in diese Staffel“, betonte er. Es sei schade, dass der Verein nach der errungenen Meisterschaft in diesem Jahr nicht aufgestiegen sein. „Der NHV würde auch in der dritten Liga eine gute Rolle spielen.“ Der Kader sei ebenso hervorragend wie die Rahmenbedingungen. Die Concorden seien „mit Abstand die beste Mannschaft der Staffel“. Sie hätten eine starke Abwehr und seien offensiv mit ihren schnellen Kontern brandgefährlich. „Es würde mich nicht wundern, wenn Delitzsch ohne weiteren Punktverlust durch die Saison geht.“
Ein Ziel, das zumindest Eckart verfolgt. „Ich hoffe, dass wir in der Rückrunde ungeschlagen bleiben.“ Amtsberg verkündete, dass „wir unsere Leistungsstärke in der Rückrunde beibehalten wollen“. Allerdings sei noch „ein langer Weg“ zurückzulegen, um erneut Meister zu werden. Dazu „müssen wir im Training weiterhin alles geben“.
Geht es nach Jungandreas, dann wird sein Team noch besser, kann sich die Konkurrenz warm anziehen. „Wir wollen uns ein Stück weit weiterentwickeln“, kündigte er an. Offenbar also gute Aussichten für die zweite Saisonhälfte, die für den NHV am 10. Januar beim HV Rot-Weiß Staßfurt beginnt.
NHV: Neuhäuser, Alpers, Ramos Schwirtz; Eulitz (3), Seifert (6), Richter, Amtsberg (9), Prautzsch, Eckart (4), Bielicki (4), Birke (4), Oehlrich, Griehl (5), Hanner (4), Teichert (2)
Ulrich Milde / 15.12.2025 / Leipziger Volkszeitung
