
Der NHV Concordia Delitzsch eilt weiter von Erfolg zu Erfolg und ließ dem SC Einheit Plauen beim 37:26 nicht den Hauch einer Chance. Lohn für diese Konstanz: Die Nordsachsen grüßen mit 23:1 Zählern von der Tabellenspitze.
Nur wer ein gutes Archiv oder ein brillantes Gedächtnis hat, der erinnert sich daran. Schließlich ist es mittlerweile ein Jahr her, dass Handball-Regionalligist NHV Concordia Delitzsch in heimischer Halle beide Punkte abgeben musste. 24:27 hieß es am 23. November 2024 gegen die SG Pirna/Heidenau. Lang ist es her. Und die Serie hat gehalten. Gegen den SC Einheit Plauen gewannen die Nordsachsen am Samstag mit 37:26 und bleiben mit 23:1 Zählern souveräner Tabellenführer. Saisonübergreifend war es das 25. Punktspiel in Folge ohne Niederlage.
Niclas Reinhard: „Überlegt heruntergespielt“
„Das ist schon was Besonderes“, kommentierte Mannschaftskapitän Max Amtsberg den Jahrestag, um schmunzelnd hinzuzufügen: „Eigentlich sind wir daheim unschlagbar.“ Von einer „gewissen Routine“, die sich in der Delitzscher Mehrzweckhalle entwickelt habe, sprach Niclas Reinhard. „Das Wichtigste ist, dass wir viel Spaß haben.“ Es handele sich zwar nur um Statistik, „doch sie kann gerne weitergehen“, sagte Torwart Max Neuhäuser. Trainer Jan Jungandreas wollte dagegen wenig Aufheben machen. „Klar ist das schön, aber wir haben uns das hart erarbeitet.“ Gleichwohl gebe diese Serie natürlich Selbstvertrauen. Was sich auch daran zeige, dass „wir den Schalter umlegen können, wenn der Gegner im Laufe eines Spiels einmal herankommt“. Das sei „unsere ganz große Stärke“, pflichtete Hartmut Sommerfeldt, Chef des Fanclubs Loberhaie, seinem Übungsleiter bei.
Gegen die Gäste aus dem Vogtland kam diese Eigenschaft nicht zum Tragen. „Wir haben die Begegnung von Anfang an angenommen und waren die bessere Mannschaft“, meinte Amtsberg. „Überlegt heruntergespielt“ habe der NHV die 60 Minuten, ergänzte Reinhardt. „Es fehlte manchmal die letzte Konsequenz“, monierte Jungandreas, um angesichts des deutlichen Erfolges aber einzuschränken: „Das ist Meckern auf hohem Niveau.“ Einen auch dieser Höhe verdienten Sieg räumte Plauens Coach Mario Schuldes ein.
Der amtierende Meister ging durch Niklas Seifert mit 1:0 in Führung und baute den Vorsprung bis zum Seitenwechsel auf 21:15 aus. Im zweiten Abschnitt vergaben die Concorden zwar manche gute Torgelegenheit, vergrößerten aber die Führung und gerieten nie in ernsthafte Gefahr. Überragender Aktiver war trotzdem ein Torwart. Axel Ramos Schwitz, eigentlich nur der dritte Schlussmann, kam im ersten Abschnitt bei den drei gegnerischen Strafwürfen für Neuhäuser ins Gehäuse – und war bei allen Siebenmetern nicht zu überwinden. In der zweiten Halbzeit spielte der Deutsch-Argentinier durch und kam auf die überragende Quote von 60 Prozent gehaltener Bälle. „Er hat das richtig gut gemacht“, gratulierte Neuhäuser. Ein „dickes Lob“ verteilte Jungandreas an seinen Hüter.
Am kommenden Sonntag tritt der NHV zum Spitzenspiel beim HC Elbflorenz II an. Die Nachwuchstruppe des Zweitbundesligisten verlor überraschend beim SV Oebisfelde mit 32:34 und liegt mit vier Punkten Rückstand auf Rang zwei. „Das wird eine Herausforderung“, sagte Jungandreas. Neuhäuser rechnet mit „einer spannenden Begegnung“ in Dresden. Doch wenn es seinem Team gelinge, „unser Spiel aufzuziehen, wird es gut für uns ausgehen“.
Auswärts hat der NHV zwölf Siege nacheinander errungen. Die letzte Niederlage gab es am 10. Januar 2025 mit dem 27:30 bei der HG Köthen. Das ist auch schon lange her.
NHV: Neuhäuser, Ramos Schwirtz; Eulitz (1), Seifert (3), Amtsberg (9), Prautzsch (1), Eckart (2), Bielicki, Birke (2), Schmidt (1), Oehlrich (4), Griehl (1), Hanner (10), Reinhardt (2), Teichert (1)
Ulrich Milde / 23.11.2025 / Leipziger Volkszeitung
