
Youngster Martin Bielicki bekommt beim NHV Delitzsch immer mehr Spielanteile. Beim 32:28-Sieg in Halle machte der Linksaußen mit seinem Treffer alles klar. Auch dem kommenden Heimspiel gegen Drittligaabsteiger Burgenland sieht er positiv entgegen.
Es läuft die 57. Minute. Martin Bielicki erhält den Ball, springt in den Kreis und überwindet Torwart Oliver Middell mit einem gekonnten Dreher zum 30:27. Mit diesem Treffer macht der Linksaußen des Handball-Regionalligisten NHV Concordia Delitzsch in der Partie beim USV Halle alles klar, der Meister gewinnt letztlich mit 32:28, bleibt an der Tabellenspitze.
NHV-Chefcoach Jan Jungandreas ist auch noch Tage nach dieser Aktion vom vergangenen Wochenende begeistert. „Er hat in dieser wichtigen Phase gezeigt, welches Potenzial er hat“, lobt der Trainer. Sein Spieler habe Verantwortung übernommen. „Ich habe mir nicht viele Gedanken gemacht“, erinnert sich Bielicki an die Szene. „Ich habe auf mein Können vertraut, die technische Ausbildung habe ich ja“, so der 20-Jährige.
Damit ist der gebürtige Leipziger der Jüngste der Stammmannschaft der Nordsachsen. Folglich wird er auch an diesem Samstag im Heimspiel gegen den HC Burgenland (Anpfiff: 19 Uhr) den Wasserkasten von der Kabine zur Auswechselbank in der Mehrzweckhalle tragen. Den Gegner, der aus der dritten Liga abgestiegen ist, bewertet Bielicki, der an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig Wirtschaftsingenieurwesen studiert und dazu als Werkstudent arbeitet, als sehr ernst zu nehmenden Kontrahenten. „Burgenland hat viele erfahrene Spieler und eine gute Abwehr.“ Dazu im Gehäuse mit Marian Voigt einen früheren Delitzscher, der laut Jungandreas „einer der besten Schlussleute der Regionalliga ist“.
Der Übungsleiter erwartet somit eine spannende Auseinandersetzung. Der Gast sei besser, als es die 9:7 Punkte und Rang acht erwarten ließen. Jungandreas erinnert daran, dass die Naumburger die erste Saisonbegegnung gegen die HG Köthen zwar gewonnen hatten, ihnen später aber die Punkte aberkannt wurden. Der HCB, der den Wiederaufstieg anpeilt, hatte einen nicht spielberichtigten Sportler eingesetzt. Ohne diese Minuszähler stünden die Burgenländer besser da.
Auch gegen diesen Kontrahenten wird Bielicki, der in seinem dritten Concorden-Jahr ist und zuvor für die A-Jugend des SC DHfK Leipzig auflief, seine Einsatzzeiten bekommen, die deutlich länger geworden sind als in seiner ersten hiesigen Spielzeit. „Er hat sich prima entwickelt und eine gute Wurfeffektivität“, sagt der Trainer über den 1,93 Meter großen Außenspieler. Er macht gemeinsam mit Niclas Reinhardt fast vergessen, dass Vincent Viehweger in dieser Saison aus Verletzungsgründen noch keine Sekunde auf dem Parkett gestanden hat. „Die beiden machen es gut“, urteilt Jungandreas, hofft aber dennoch auf die baldige Rückkehr von Viehweger, der auch in der Abwehr seine Stärken hat.
Da müsse Bielicki noch zulegen, meint der Trainer und stößt bei seinem Zögling auf offene Ohren. „Ich habe defensiv noch Luft nach oben“, räumt er ein, spricht zugleich davon dass er sich am Lober wohl fühle. „Ich bin hier richtig angekommen und könnte es mir nicht besser vorstellen.“ Jungandreas bezeichnet ihn als „sehr ehrgeizigen Spieler“. Der bestätigt das zumindest indirekt. „Wenn wir gegen Burgenland konzentriert auftreten, werden wir gewinnen“, versprüht Bielicki Optimismus. Und natürlich sei es das große Ziel, „den Titel zu verteidigen“.
Ulrich Milde / 06.11.2025 / Leipziger Volkszeitung
