Der NHV Delitzsch holt den nächsten Sieg. Beim Handball-Regionalligisten HC Aschersleben gewinnen die Concorden mit 35:22. Der Gegner lobt nach der Niederlage die Nordsachsen über den grünen Klee.

Seine Analyse fiel treffend aus. „Wir sind schwer in die Partie gekommen, aber in der zweiten Halbzeit haben wir zu unserem Spiel gefunden.“ Unterm Strich bedeutete das für Schlussmann Max Neuhäuser und seinem Handball-Regionalligisten NHV Concordia Delitzsch einen klaren 35:22-Erfolg beim HC Aschersleben. Damit sind die Nordsachsen nach fünf Spieltagen mit vier doppelten Punktgewinnen sowie einem Unentschieden ungeschlagen und befinden sich auf Kurs Titelverteidigung. „Das ist unser Saisonziel“, bekräftigte Neuhäuser.

„Wir wollen weiter unsere Zuschauer begeistern und Delitzsch gut repräsentieren“, betonte der Hüter. Wobei der 33-Jährige, der 2010 zu den Gründungsmitgliedern des NHV gehörte, den Worten schon hat Taten folgen lassen. Er ist im Sommer mit Frau und Kind von Leipzig nach Delitzsch gezogen und nimmt hier nun „das Projekt Hausbau“ in Angriff. Sein Engagement geht über die Arbeit zwischen den Pfosten hinaus. So kümmert er sich für den Verein um den Social-Media-Auftritt. „Er identifiziert sich mit dem Klub“, freute sich Trainer Jan Jungandreas.

Aber seine Hauptaufgabe besteht darin, gegnerische Tore zu verhindern. Und da zeigte sich Neuhäuser, der momentan Soziale Arbeit studiert, auch in Aschersleben in Bestform und parierte etwas mehr als den zweiten Wurf der Gastgeber – eine Top-Quote. Dabei lobte der Keeper seinen gleichwertigen Kollegen Denny Alpers. „Wir verstehen uns gut.“ Sie unterstützen sich gegenseitig, treiben sich so zu Höchstleistungen an. „Es ist schön, dass wir so gute Torhüter haben“, ergänzt Jungandreas.
Und sie waren beim HCA zumindest in der ersten Halbzeit wichtig. Denn der punktlose Tabellenletzte ließ sich zunächst nicht anmerken, dass mehrere Stammspieler verletzt waren und gestaltete das Geschehen nahezu ausgeglichen. Der NHV agierte nach dem Motto: „Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss“ und führte zum Seitenwechsel nur mit 14:11. „Wir haben uns zu viele technische Fehler erlaubt“, merkte Neuhäuser an. „Zunächst haben wir dem Meister gut Paroli geboten“, kommentierte Ascherslebens Rückraumspieler Frank Seifert. Aber schon da sei absehbar gewesen, dass sich die schnelle Spielweise der Gäste durchsetzen würde.
So kam es. Im zweiten Abschnitt rollte die Offensivmaschinerie der Concorden, Tom Hanner und Dominik Eckart trafen fast nach Belieben, der Heimmannschaft „fehlte am Ende die Kraft“, meinte Neuhäuser. „Delitzsch ist in unserer Liga das Maß aller Dinge“, zollte Seifert Respekt. „Es war heute keine herausragende Leistung von uns“, ergänzte Jungandreas. Dennoch sei es bemerkenswert, dass sein Team mit 13 Treffern Vorsprung gewonnen habe. „Das ist schon Jammern auf hohem Niveau.“

Neuhäuser spielte für den NHV von 2010 bis 2017, um anschließend für den HC Burgenland in der dritten Liga aufzulaufen. Mittelfristig will der amtierende Meister den Aufstieg anpeilen. „Dafür müssen aber die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen“, gab Neuhäuser zu bedenken. Kurzfristig gehe es darum, „verletzungsfrei durch die Saison zu kommen“.

NHV: Neuhäuser, Alpers; Seifert, Richter (1/1), Amtsberg (4), Prautzsch, Eckart (6), Bielicki (4), Birke (1), Oehlrich, Griehl  (5/3), Hanner (10), Reinhardt, Teichert (4).


Ulrich Milde / 06.10.2025 / Leipziger Volkszeitung