Nächstes Spiel Samstag, 26.09.2020 19:00 Uhr NHV Conc. Delitzsch --- HC Aschersleben
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Newsarchiv - März 2020
24.03.2020 Abschied von der Schrankwand 21.03.2020 Eine düstere Zukunftsvision 18.03.2020 NHV winkt bei Saisonabbruch der Titel Abschied von der Schrankwand Dienstag, 24.03.2020: Handball-Oberligist Delitzsch verlängert Vertrag mit Oliver Wendlandt nicht und holt Max Kalliske. Delitzsch. Der NHV Concordia Delitzsch hat die erste personelle Weichenstellung für die kommende Saison vorgenommen. Sie besagt, dass der auslaufende Vertrag mit Kreisläufer Oliver Wendlandt nicht verlängert wird. Als Nachfolger hat der Handball- Oberligist Max Kalliske verpflichtet. Er spielt derzeit beim HSC Bad Neustadt in der dritten Liga. „Das war eine schwere Entscheidung“, sagt NHV-Chefcoach Jan Jungandreas (32). Allerdings sei der 33-Jährige Wendlandt verletzungsanfällig und habe zudem zwei Jobs, wodurch er gelegentlich beim Training oder bei Punktspielen gefehlt habe. Zugleich wird damit die Verjüngung der Mannschaft fortgesetzt. Denn Kalliske, ein gebürtiger Brandenburger, ist 23 Jahre alt, also zehn Jahre jünger als Wendlandt. Der wiederum weist eine Größe von 2,05 Metern auf, Kalliske kommt auf 1,84 Meter. Der Neuzugang, der einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben hat, möchte seinem neuen Team helfen, erfolgreich zu sein. Zudem wolle er „Spielpraxis gewinnen und von den erfahrenden Spielern lernen“. Kalliske lief viele Jahre für den VfL Potsdam auf und war ein Jahr in der zweiten norwegischen Liga bei Sandnes HK aktiv. Vor drei Jahren wechselte er nach Bad Neustadt. Die Unterfranken stehen derzeit auf dem vorletzten Platz der dritten Liga. Abschied vom Kreisläufer HSC-Trainer Frank Ihl (50) bedauerte den Abschied seines Kreisläufers. „Ich hätte ihn gerne behalten.“ Er habe in der Saalestadt gute Arbeit geleistet. Kalliske sei ein „guter, entwicklungsfähiger Spieler“. Der NHV werde an ihm viel Freude haben, meinte Ihl, der in der vorigen Saison noch den Delitzscher Liga-Rivalen HSV Apolda coachte, die Situation in Nordsachsen also recht gut einschätzen kann. Der Tipp zu Kalliske kam Übrigens von Concordia-Keeper Felix Herholc (32). „Dabei kenne ich ihn gar nicht persönlich“, staunte der Kreisläufer. Der Torwart spielte einst auch für den VfL Potsdam. „Als ich hörte, dass wir einen Kreisläufer suchen, hatte ich natürlich ehemalige Potsdamer Spieler auf dem Radar und habe den Namen weitergegeben“, berichtete der Schlussmann. Kalliske traf sich mit Jungandreas und Team-Manager Marko Bergelt (46) zu einem Gespräch und absolvierte in Delitzsch ein Probetraining. Danach war die Sache klar. Kalliske erzählte, er werde mit seiner Freundin nach Leipzig ziehen. Sie wolle in Halle ein Studium beginnen, er selbst plane eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Außerdem sei er bereit, eine Delitzscher Jugendmannschaft als Trainer zu übernehmen. In Bad Neustadt betreut Kalliske derzeit die männliche A- und die männliche C-Jugend. „Hat immer Gas gegeben" Jungandreas bezeichnete Wendlandt, der sich selbst nicht äußern wollte, als „einen der besten Kreisläufer der Liga”. Der gebürtige Brandenburger läuft seit 2016 im Delitzscher Trikot auf, spielte früher mehrere Jahre in der zweiten Bundesliga für den VfL Potsdam und den TV Emsdetten. Der gelernte Bürokaufmann sattelte vor einigen Jahren zum Automobilkaufmann um und ist außerdem in der Sicherheitsbranche tätig. „Die Mannschaft konnte sich immer auf ihn verlassen“, lobte sein Trainer, „er hat immer Gas gegeben.“ Und strahlte Torgefahr aus. Fast schon legendär in der vorigen Saison die zahlreichen perfekten Anspiele von Danny Trodler aus dem Rückraum zu Wendlandt am Kreis. Der Rechtshänder schaffte es dabei sogar, mit der linken Hand die Bälle so zu werfen, dass die gegnerischen Torhüter keine Chance hatten. 2018/19 erzielte der Hüne in 24 Partien insgesamt 85 Treffer und landete auf Rang 37 der Torschützenliste der Oberliga. In der laufenden Spielzeit kam Wendlandt nur auf 12 Einsätze in 21 Spielen, erzielte dabei 37 Tore. In der neuen Saison setzt der NHV-Trainer am Kreis neben Kalliske vor allem auf Moritz Brodowski, der vor einem Jahr aus Dessau an den Lober kam. Er habe „eine sehr gute Entwicklung“ genommen, meinte Jungandreas. Außerdem soll Marius Harig (21) neben seiner Stammposition Rückraum Mitte künftig vermehrt auch am Kreis eingesetzt werden. „Diesen zweieinhalb Kreisspielern gilt mein Vertrauen“, sagte Jungandreas. Ulrich Milde © Leipziger Volkszeitung Eine düstere Zukunftsvision Samstag, 21.03.2020: Die langfristigen Folgen der Corona-Krise könnten auch vielen Vereinen das Genick brechen. Nordsachsen. Es könnte jeden treffen: Die Oberliga-Handballerinnen der HSG Riesa/Oschatz, die Oberliga-Kicker des FC Eilenburg oder des FC Grimma, die Zweitliga- Volleyballer des GSVE Delitzsch. Sicher kann sich keiner fühlen. Heute sind es nur Spielabsagen, morgen und übermorgen bedrohen die langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise womöglich die Zukunft von Mannschaften auf gehobenem Amateurniveau. Das glaubt zumindest Christian Hornig, früherer Zweitliga- Handballer und jetzt in verschiedenen Funktionen beim NHV Concordia Delitzsch tätig, und beschreibt eine düstere Zukunftsvision. Die fehlenden Zuschauerein-nahmen, das könnten wohl die meisten Vereine verschmerzen. Zum Genickbruch werde dafür der mögliche Verlust der vielen kleinen Sponsoren. „Wir leben als Verein von Kleinstunternehmen und dem Mittelstand. Ob die in Zukunft noch unser Hobby unterstützen können, weiß kein Mensch. In ein paar Wochen und Monaten wird nichts mehr so sein, wie es mal war. Wir und die anderen Vereine müssen gucken, wie wir da rauskommen“, sagt Hornig. „Wir sind die Hobbys der Unternehmer und die haben jetzt ganz andere Sorgen.“ Christopher Köhler sieht deshalb die Landes- und Bundespolitik in der Verantwortung. „Was wir brauchen, sind ähnliche Investitionsprogramme wie wir sie nach den Hochwasserkatastrophen der letzten beiden Jahrzehnte schon gesehen haben. Dabei können großzügige Fördermittelprogramme für den Aus- oder Neubau der vereinseigenen Infrastruktur nicht nur das aufgrund der Einnahmeverluste dieser Saison fehlende Eigenkapital der Vereine ersetzen und damit das finanzielle Minus der Vereine abfangen, sondern gleichzeitig die von der Krise getroffene Wirtschaft ankurbeln“, fordert der Vorsitzende des FSV Meuselwitz. Und was ist mit der laufenden Saison? Vielleicht findet sich ja noch eine Möglichkeit, sie zu Ende zu bringen. „Ich glaube nicht und ich habe auch kein Verlangen danach, das irgendwie zu lösen“, erzählt Hornig und gibt zu: „Am Anfang habe ich noch gedacht, ,scheiße jetzt geht unser Aufstieg flöten‘. Das ist erst ein paar Tage her und jetzt ist an Sport nicht mehr zu denken.“ Mehr noch: „Ich habe ein Leben lang Mannschaftssport getrieben. Mehr als der Sport fehlt mir eigentlich die Geselligkeit. Und trotzdem habe ich in der jetzigen Situation keinerlei Lust darauf.“ Und dann schlägt Hornig den ganz großen Bogen, erzählt von der bedrückenden Stimmung auf Arbeit, dem plötzlichen Stillstand („Es wird ruhiger. Du merkst, die Leute sind mit sich beschäftigt.“) und fordert gesellschaftliche Konsequenzen: „Wir waren in unserem Trott, es ging immer nur höher schneller weiter. Jetzt haben wir die Quittung. Es ist höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie wir weitermachen.“ Christian Hornig sagt aber auch: „Wir haben in diesem Land den Luxus, unserem Hobby teilweise sehr professionell nachgehen zu können.“ Vielleicht müssen wir uns in Zukunft von so manchem Luxus verabschieden – nicht nur, was den Amateursport angeht. Am 23. August etwa wollten die NHV-Handballer ihr zehnjähriges Jubiläumsfest groß in der Schladitzer Bucht aufziehen, inklusive Turnier der Frauen und Männer. „Das ist jetzt alles nebensächlich, weil du nicht weißt, wie lange diese Krise dauert und wie wir da rauskommen.“ Johannes David © Leipziger Volkszeitung NHV winkt bei Saisonabbruch der Titel Mittwoch, 18.03.2020: Freuen könnten sich die Delitzscher Oberliga- Handballer über die Meisterschaft aber nur bedingt. Delitzsch. Üblicherweise verbringt Jan Jungandreas jede Woche viele Stunden in der Sporthalle. Der 32-Jährige betreut nicht nur die in der Mitteldeutschen Oberliga spielenden ersten Herren des NHV Concordia Delitzsch, sondern trainiert auch diverse Nachwuchsmannschaften. Gelegentlich läuft er noch für die zweite Männermannschaft auf. Doch da der Deutsche Handballbund vorläufig alle Partien abgesagt hat, verfügt der Delitzscher Chef-Coach über ungeahnt viel Zeit. Die er intensiv nutzt. Anstatt Trainingspläne auszuarbeiten und Videoaufzeichnungen von Begegnungen der kommenden Gegner zu studieren, ist Jungandreas dabei, Möbel zu schleppen, zu tapezieren und zu malern. Denn er zieht gerade um. „Ich bin damit gut beschäftigt“, sagt er. Wenngleich es ihm natürlich lieber gewesen wäre, es gäbe keine Pandemie und die Saison liefe weiter. „Es gibt derzeit Wichtigeres, als Handball zu spielen oder Sport zu treiben.“ Seine Mannschaft trainiert seit vorigem Freitag nicht mehr. Das Landratsamt Nordsachsen hat alle kreiseigenen Hallen komplett gesperrt. Der NHV Concordia hat den Trainingsbetrieb für alle Mannschaften, also auch für den Nachwuchs, inzwischen eingestellt. Kontakt mit seinen Spielern hält Jungandreas jetzt vorwiegend über WhatsApp. Die Entwicklung werde permanent beobachtet. „Wir geben aber nicht jeden Tag Wasserstandsmeldungen heraus.“ Er gehe davon aus, dass seine Spieler sich in Eigenverantwortung fit halten. Wie es mit der Oberliga-Saison weitergeht, steht noch nicht fest. Allgemein wird damit gerechnet, dass die laufende Spielzeit abgebrochen wird. Denkbar ist, dass es aus Gründen der Fairness dann keine Absteiger geben wird. Das wiederum könnte bedeuten, dass in der neuen Saison mehr als die üblichen 14 Vereine spielen werden. Aber über das Stadium der Spekulation reicht das momentan nicht hinaus. Sollte die Saison tatsächlich jetzt vorzeitig beendet werden, dann wären die Nordsachsen wohl Meister. Denn entweder, es gilt der Stand zum Ende der Hinrunde. Und da befand sich der NHV mit 22:6 Punkten auf dem ersten Rang. Oder es wird die aktuelle Tabelle genommen. Da liegen die Concorden nur auf Rang zwei. Sie sind allerdings punktgleich mit dem Spitzenreiter HC Burgenland (je 30:12 Zähler). Die Naumburger haben zwar das bessere Torverhältnis. Doch es zählt zunächst der direkte Vergleich. Und den hat der NHV auswärts im November mit 29:23 für sich entschieden, wäre auch dann der Titelträger. Das Rückspiel sollte ursprünglich am 28. März ausgetragen werden. Eine Meisterfeier ist trotz dieser nicht unwahrscheinlichen Variante nicht geplant. „Das hat in unseren Köpfen keinen Platz“, betont Jungandreas, dem ein Plauener Spieler bereits zum Titel gratuliert hat. Die gesamte Welt und somit auch die Delitzscher Handballer haben momentan andere Sorgen. Was auf jeden Fall bleibt: „Wir haben eine hervorragende Saison gespielt“, meint der Cheftrainer. Zwar habe es auch das eine oder andere Tief gegeben. Aber unterm Strich habe das Team im vergangenen Dreivierteljahr „Hervorragendes“ geleistet. Eine gute Ausgangslage, um in der neuen Oberliga-Saison – ein Aufstieg ist in diesem Jahr nicht geplant – wieder ordentlich mitzumischen. Ulrich Milde © Leipziger Volkszeitung
Bilder Saison 2019/20